Moment mal Erst in Donauwörth zu warm

Die Donau gleicht an manchen Stellen einem lauwarmen Tümpel. Aber dafür kann das Kraftwerk in Gundremmingen nichts.
Die Donau gleicht an manchen Stellen einem lauwarmen Tümpel. Aber dafür kann das Kraftwerk in Gundremmingen nichts. © Foto: Armin Weigel/dpa
Gundremmingen / Thomas Steibadler 08.08.2018

Ausgesprochen gelassen reagiert Christina Kreibich, Pressesprecherin des Kernkraftwerks Gundremmingen, auf die Frage der Wassertemperatur. „Wir haben einen sehr guten Abstand.“ Gemeint ist der Abstand zwischen der Temperatur des Donauwassers, gemessen unterhalb des Kraftwerks, und der 25-Grad-Marke. Würde diese Marke überschritten, dürfte das Kraftwerk kein erwärmtes Kühlwasser mehr in die Donau leiten. So steht es im Wasserrechtsbescheid des Landratsamts Günzburg. Aber so weit ist es während der laufenden Hitzewelle, die gestern einen Dämpfer bekommen hat und die am Donnerstagabend auslaufen soll, noch nicht gekommen.

Und das obwohl das Donauwasser am Montag 25 Grad und wärmer war. In Donauwörth ergab die Messung des dort ansässigen Wasserwirtschaftsamts um 14.15 Uhr erstmals 25 Grad. Um 18.30 Uhr waren es wieder 24,9 Grad. Von 16 bis 17.15 Uhr betrug die Wassertemperatur 25,2 Grad.

Aber die amtlichen Messwerte haben für das Kernkraftwerk offenbar keine Bedeutung. „Wir haben eigene Messstellen vor und nach dem Kraftwerk“, sagt Christina Kreibich. Die dort erhobenen Werte seien zur Zeit täglicher Gegenstand der Morgenbesprechung der Kraftwerksleitung. Würden die Werte der kritischen Marke tatsächlich bedrohlich nahe kommen und damit ein Abschalten des Kraftwerks notwendig, würde das umgehend den zuständigen Stellen gemeldet. Doch davon könne bei 23,5 Grad Wassertemperatur, der höchsten bislang gemessenen Temperatur, keine Rede sein, sagt Kreibich. Außerdem hätten die Messungen ober- und unterhalb des Kraftwerks ergeben: „Wir erwärmem das Wasser nur um 0,1 bis 0,2 Grad.“

Von daher kein Grund zur Sorge.

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