Region Erfolgsmodell Donau-Iller

Thema im Regionalverband: Wer den Fern- und Nahverkehr stärken will, muss auch den Verkehrsknotenpunkt Ulm ausbauen. Foto: Archiv/Kessler
Thema im Regionalverband: Wer den Fern- und Nahverkehr stärken will, muss auch den Verkehrsknotenpunkt Ulm ausbauen. Foto: Archiv/Kessler
Region / MICHAEL JANJANIN 06.03.2012
Die Beziehungen entlang der Iller zwischen Memmingen und Ulm und zwischen Unterallgäu und Schwäbischer Alb lassen sich nicht durch Landesgrenzen unterbrechen: Ein Staatsvertrag regelt diese Erkenntnis.

Der Regionalverband Donau-Iller ist in seiner Konstellation in Deutschland einzigartig: Er basiert auf einem Staatsvertrag, den zwei Bundesländer aushandeln mussten. Gegründet wurde er, um diesseits und jenseits von Donau und Iller die Entwicklung einer Region in Sachen Nahverkehr, Straßenbau, Rohstoffausbeute und Einzelhandel zu planen. Die neue Staatssekretärin Dr. Gisela Splett im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg würdigt den Regionalverband Donau-Iller als ein Erfolgsmodell für Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.

Vor knapp 40 Jahren hat die Region Donau-Iller die Vorreiterrolle übernommen und regelt mit raumordnerischer Planung die Entwicklung der Grenzregion von Bayern und Baden-Württemberg. "Es ist eine Erfolgsgeschichte in den Bereichen Natur, Kultur und Wirtschaft", von der die Menschen in den Oberzentren Ulm, Neu-Ulm und Memmingen profitieren, sagte Splett gestern bei der Verbandsversammlung in Günzburg. Fünf Jahre lang war an einer Novellierung des Vertrags gearbeitet worden, nun ist in den beiden Länderparlamenten ein neues Regelwerk in Kraft getreten, das den Fortbestand regionaler Planung sichert. Die Mitglieder des Verbands sind die Stadt Ulm, der Alb-Donau-Kreis und der Kreis Biberach, die kreisfreie Stadt Memmingen und die Kreise Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu mit 205 Kommunen, einer Fläche von 5500 Quadratkilometern und rund 960 000 Menschen.

Die Region Donau-Iller ist aus diesem Prozess gestärk hervorgegangen, wie die neuesten Initiativen zeigen. Gisela Splett wie ihr bayerischer, für Landesplanung zuständiger Kollege, der Ministerialdirigent Dr. Robert Schreiber, vom bayerischen Wirtschaftsministerium, gestanden zu, dass der Staatsvertrag der Region ein gewisses Maß ein Eigenständigkeit einräumt. Aktuelles Beispiel ist die Windkraftdiskussion: In Bayern ist der Regionalverband mit seinem Windkraft-Konzept ein gutes Stück weiter als der Freistaat, dessen Datengrundlage noch nicht auf dem neuen Windatlas des Tüv Süd basiert und Konflikte mit Siedlungs-, Radar- und Flugsicherheitskriterien kaum berücksichtigt. Unabhängig ist man auch vom Land Baden-Württemberg, das die Windkraft-Nutzung großzügiger planen will.

Beide Vertreter aus den Ministerien unterstrichen auch die Initiativarbeit, die der Regionalverband beim Öffentlichen Personennahverkehr leiste. Die Planungen für einen S-Bahn-Verkehr auf der Schiene setze jedoch voraus, dass der Knotenpunkt Ulm ausgebaut wird.

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