Soziales Eltern sollen mehr Unterstützung bekommen

Ingrid Blaser (links) leitet das Familienzentrum. Dieses soll nun sozusagen innerhalb von Senden kopiert werden.
Ingrid Blaser (links) leitet das Familienzentrum. Dieses soll nun sozusagen innerhalb von Senden kopiert werden. © Foto: Sonja Fiedler
Niko Dirner 01.08.2018

Die Räume liegen im ersten Stock und so situiert, dass sie auch abends zugänglich sind. Mit dem Neubau des Groß-Kindergartens auf dem Webereigelände in Ay mit insgesamt neun Gruppen entsteht auf Bitten des künftigen Trägers, der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef der Arbeiter, auch ein weiteres Familienzentrum für Eltern und Kinder. Dafür haben die Stadträte kürzlich sogar – trotz der selbst gestrickten Sparvorgabe – mehr Nutzfläche genehmigt, als für die eigentliche Betreuung notwendig wäre. Aber was ist das eigentlich, das Familienzentrum? Kirchenpfleger Peter Kaiser erklärt.

Was auf der Weberei entstehen soll, ist in Senden schon einmal umgesetzt: Im Kinderzentrum St. Christophorus an der Heinrich-Heine-Straße, das ebenfalls von der Pfarrkirchenstiftung betrieben wird, bekommen Mütter und Väter allerlei Hilfestellungen zur Erziehung. „Unsere Erfahrung zeigt einfach“, erklärt Kaiser, „dass Eltern manchmal an ihre Grenzen stoßen“. Viele wollten sich dennoch nicht gleich an Ämter oder Fachärzte wenden. „Die Hemmschwelle ist dort größer.“ Weil die Erzieherinnen im Kinderzentrum Probleme frühzeitig bemerken, sei ein Beratungsangebot im selben Haus naheliegend.

So gibt es den Mini-Club, eine Baby- und Kindersprechstunde bis zum dritten Lebensjahr. Und einen Alleinerziehenden–Treff. Zudem sind eine Entspannungspädagogin und Psychologin sowie eine Kinderkrankenschwester ein bis zwei Mal pro Monat für junge und werdende Eltern da: „Wieso isst mein Kind nicht? Warum vertragen sich die Geschwister nicht?“ – so lauten häufig gestellte Fragen, sagt Zentrumsleiterin Ingrid Blaser. Vieles lasse sich in einem Gespräch klären, ansonsten werden weitere Hilfen empfohlen. Auch Deutschkurse und Kinderturnen werden angeboten. Die Kosten werden zum Großteil von der Diözese getragen.

Extra zwei Räume eingeplant

So oder so ähnlich soll auch das neue Familienzentrum im neuen Kindergarten auf der Weberei aussehen, sagt Kirchenpfleger Kaiser. Ein Büro und ein Besprechungszimmer sozusagen „über den Durst“ haben die Stadträte dafür genehmigt. Wobei es durchaus auch kritische Stimmen gab, ist der Neubau doch mit 8,5 Millionen Euro richtig teuer.

Obwohl sich die Pfarrkirchenstiftung für das Familienzentrum erfolgreich verkämpft hat, ist noch nicht ausgemacht, dass sie dieses auch betrieben darf. Eventuell könnte in der Kita Weberei einer der fünf Familienstützpunkte des Landkreises eingerichtet werden. Träger könnte die Kommune sein, sie kann diese Aufgabe aber auch delegieren. Senden hat Interesse an einem Familienstützpunkt signalisiert, eine Entscheidung gibt es aber noch nicht.

Info Das Familienzentrum Senden befindet sich im Kinderzentrum St. Christophorus, Heinrich-Heine-Straße 12, Tel. (07307) 91 01 10, E-Mail: familienzentrum@josef-senden.de.

Den Prototyp gibt es schon seit 25 Jahren

Zahlen Die Christophorus-Einrichtungen in Senden haben gerade ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert (wir berichteten). 260 Kinder besuchen das Zentrum. Allein in der Krippe werden 80 Kleinkinder in sieben Gruppen betreut. Hinzu kommen 125 Kindergartenkinder und 60 Grundschüler im Hort. Mehr als 60 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Kinder. 2014 wurde um ein viertes Gebäude erweitert. Seit demselben Jahr bilden Krippe, Kindergarten, Hort und  Familienzentrum jeweils selbstständige Bereiche mit eigenen Leitungen. sft

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