Streit Elchinger Basketballer sauer auf Gemeinde

Elchingen / Stefan Czernin 12.09.2018
Weil die Anzeigetafel nicht den Vorgaben entspricht, zahlen die Elchinger Korbjäger bald Strafe – jedes Heimspiel.

Am 22. September hat das Warten für die Elchinger Basketballfans ein Ende, die neue Saison startet.  Um 19 Uhr beginnt in der Brühlhalle das Heimspiel gegen die Rhein Stars Köln in der Liga Pro B.  Weil die Halle nicht die Vorgaben für die nächsthöhere Liga Pro A  erfüllt, sind die Scanplus Baskets nicht aufgestiegen, sie blieben als Tabellenführer der vergangenen Saison in der Pro B.  Aber auch in dieser Spielklasse droht dem Sportverein Oberelchingen (SVO) Ärger – und ein Bußgeld im vierstelligen Bereich pro Heimspiel.

 Die 2.-Basketball-Bundesliga-Gesellschaft gibt den Mannschaften klare Richtlinien vor, gebündelt in einer „Spiel- und Veranstaltungsordnung“.  Ein wichtiger Aspekt: die Spielstätte. In den Regeln  ist von der Zuschauerkapazität (Pro B mindestens 500, Pro A mindestens 1500) bis zur Hallentemperatur (zwischen 15 und 25 Grad) so ziemlich alles festgeschrieben. Das Problem in der Elchinger Brühlhalle, die der Gemeinde gehört, ist die Anzeigetafel für den Spielstand.

Diese muss in der Pro B zwingend auch die Fouls pro Spieler anzeigen. Macht die Elchinger Tafel aber nicht. Was wieder einmal zu Ärger und Verstimmungen zwischen Sportverein und Gemeinde führt.  Es ist ein konstantes Hin und Her zwischen Sportverein und Gemeinde, ein permanentes Fremdeln.  Um das Anzeigeproblem zu beheben, hatten die Basketballer eine LED-Wand für die Brühlhalle beantragt. Eine solche Wand hätte laut SVO-Chef und IT-Unternehmer Andreas Werther den Charme, das darauf auch Werbung von Sponsoren gezeigt werden kann. Auch eine Liga-Vorgabe.

Der Gemeinderat lehnte dieses Ansinnen am 9. Juli jedoch aus Kostengründen ab, genehmigte stattdessen eine  Erweiterung der bestehenden Tafel um zwei Seitenflügel für  26.000 Euro.  Wie viel teurer die LED-Wand gekommen wäre,  darüber gehen die Meinungen stark auseinander.

Nun kommt also die Erweiterung. Die spannende Frage ist nur: Wann kommt sie?  Sicher nicht zum Saisonstart. Es wird wohl auf das Jahresende zugehen. Die Gemeindeverwaltung hat den Auftrag an ein Fachbüro vergeben. „Sachstand ist, dass das beauftragte Büro zur Zeit die Ausschreibung vorbereitet“, teilt Ortsbaumeister Frank Apel mit. Laut Plan wird es Dezember werden, bis die erweiterte Anzeigetafel in der Brühlhalle hängt.

Viel zu spät, ärgert sich Werther. Wertvolle Zeit werde verplempert, der Verein büße finanziell für die Trödelei der Verwaltung. Diesem Vorwurf tritt Gemeinde-Geschäftsleiter Peter Botzenhard entgegen. Die Verwaltung sei an Vergaberecht gebunden, müsse den Auftrag ausschreiben. Das dauere.

Selbst mit der getunten Anzeige sind die Basketballer nicht aus dem Schneider. Es fehlen dann noch zumindest LED-Werbebanden. Diese müsste der Verein anschaffen oder mieten, wenn er den Heimspiel-Strafen entgehen will.  „Das ist dann eine rein wirtschaftliche Abwägung: Mieten oder Strafe zahlen“, sagt Werther.

Den Traum vom Aufstieg in die Pro A haben die Basketballer  noch nicht abgehakt. „Jede andere Gemeinde würde sich ein Bein ausreißen, um so einen Basketball-Leistungsstützpunkt zu bekommen“, sagt Werther. Es gehe nicht allein um den Profisport, sondern auch um die Jugendarbeit. 280 Nachwuchsbasketballer trainieren beim SVO, so der Vereinsvorsitzende. Zudem bestehe in der Brühlhalle ganz allgemein ein Sanierungsbedarf, etwa bei der Elektrik. Warum dann nicht gleich eine große Lösung, die die Liga-Vorgaben für die Pro A erfüllt?, fragt Werther. Der Sportverein habe bereits eine finanzielle Beteiligung angeboten. Vergeblich. „Die Gemeinde rechnet sich arm“, ärgert sich Werther. „Um bestimmte Dinge nicht umsetzen zu müssen.“

Profisport ist zu teuer

Bürgermeister Joachim Eisenkolb widerspricht  – und bestätigt den Kurs von Rat und Verwaltung, dem Profisport keine herausgehobene finanzielle Förderung zu gewähren. „Wir können es uns nicht leisten, die Aussage gilt weiterhin.“ Er lobt die sportlichen Erfolge der Basketballer, aber die Gemeinde könne etwa einen Hallenausbau nicht verantwortlich stemmen. „Da müssten dann interessierte Kreise einspringen.“ Geschäftsleiter Botzenhard erklärt, mit der Erweiterung der Anzeigetafel für 26.000 Euro zeige die Gemeinde ihr Entgegenkommen, 65.000 Euro habe sie 2015 investiert, um die Brühlhalle auf Pro-B-Niveau aufzurüsten.

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Vorgaben Die Liga verlangt: Spieluhr, erzielte Punkte, Mannschaftsnamen und Spielernummern, die Anzahl der Fouls pro Spieler, Auszeiten und Mannschaftsfouls. Dazu eine LED-Wand oder -bande für Werbung.

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