Bei einer Gegenstimme von Rudolf Niedermeier (FWE) hat der Elchinger Gemeinderat grünes Licht für ein integriertes Klimaschutzkonzept gegeben. Mit der Regionalen Energieagentur Ulm soll die Verwaltung einen Förderantrag beim Berliner Projektträger Jülich einreichen. Zu Buche schlagen wird das Konzept mit rund 40.000 Euro. Davon dürften zwei Drittel durch Zuschüsse abgedeckt werden.

Geschäftsführer Roland Mäckle hatte erklärt, dass seine Energieagentur nur beratend tätig sei. Ziel sei es unter anderem, nach kurz-, mittel- und langfristigen Sparmaßnahmen zu suchen. Erneuerbare Energien müssten gesteigert, CO2-Emmissionen gesenkt werden. Dies solle bei den kommunalen Liegenschaften geschehen, aber auch in Privathaushalten und den Sektoren Handel, Dienstleistung, Industrie. Nicht zu vergessen die Mobilität, Abwasser- und Abfallentsorgung. Es müssten der Ist-Zustand erhoben, Potenziale analysiert, Szenarien entworfen und Bürger eingebunden werden, sagte Mäckle. Um zu vermeiden, dass ein 120- bis 160-seitiges Papier in der Schublade verschwinde, seien eine „Verstetigungsstrategie“ und „Controlling“ – also zusätzliche personelle Ressourcen – nötig.

Hausaufgaben gemacht?

Für Armin Willbold (DGO) war klar, „dass wir nicht nur LED-Lampen aufhängen, sondern einen gesamtheitlichen Ansatz verfolgen“ sollten. Ähnlich sah es Johann Gröger (FWE): Klimaschutz sei nur wirksam, wenn ihn alle umsetzen. Die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben erledigt. Als Beispiel nannte er Stromerzeugung auf den Dächern von Mittelschule und Feuerwehrhaus, Strombezug aus 100 Prozent regenerativen Energiequellen sowie das Nutzen von Gas statt Erdöl in allen kommunalen Einrichtungen.

Karin Batke und Matthias Bloching (beide UFWG) hingegen sahen da „ein Defizit“. Was Bürgermeister Joachim Eisenkolb verärgerte: „Der Gemeinderat darf der Gemeinde nicht diktieren, was sie zu tun hat“, raunzte er. Der Anteil des kommunalen Energieverbrauchs am Ganzen liege „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“. Spar-Potenziale machte Eisenkolb bei Industrie und Gewerbe aus. Man könne aber Bosch-Rexroth nicht zwingen, 20 Prozent Energie einzusparen. Es müsse sich „eine Welle der Nachhaltigkeit“ aufbauen.

Fünf Monate nach dem Einreichen des Antrags kann das Vorhaben starten. Dann wird ein Dienstleister per Ausschreibung gesucht, der das Konzept erstellt. Nach Auftragsvergabe werden der Antrag ausgearbeitet, Bürger beteiligt, bevor der Rat das Konzept beschließt und Maßnahmen umgesetzt werden.