Tourismus Eintauchen in die Elchinger Geschichte

Zwischenstopp in der Klosterkirche. Dort erklärt Gerold Bosler (rechts) seinen Zuhörern die historische Klosteranlage.
Zwischenstopp in der Klosterkirche. Dort erklärt Gerold Bosler (rechts) seinen Zuhörern die historische Klosteranlage. © Foto: Sonja Fiedler
Elchingen / Sonja Fiedler 18.05.2018
Gerold Bosler hat auf dem Heiligen Berg in Elchingen bislang und 250 historische Führungen geleitet.

Dunkle Wolken ziehen über Oberelchingen auf, es nieselt vom Himmel. Um 14 Uhr ist eine Ortsführung auf dem historischen Napoleonpfad angekündigt. Wird sie trotz der miesen Witterung stattfinden? „Natürlich, schlechtes Wetter ist kein Grund, eine Führung abzusagen“, sagt Gästeführer Gerold Bosler. „Die Leute kommen immer. Und wenn es regnet, hält man sich halt mehr drinnen auf.“ Bosler behält Recht: Zehn Interessierte in Regenjacken finden sich am Parkplatz auf der Napoleonhöhe, ein, pünktlich macht sich die Gruppe auf den Weg. Erster Halt: Klosterkirche.

Rund 250 Führungen hat Gerold Bosler in den vergangenen 13 Jahren geleitet und unzählige Fakten über die Geschichte von Elchingen vermittelt. „Es ist immer wieder ein Reiz, neue Leute zu treffen“, sagt der 65-Jährige. „Jede Führung ist verschieden, weil die Leute so unterschiedlich sind.“ So sei er mit einer Gruppe schon mal mehr als drei Stunden unterwegs gewesen, die kürzeste Führung sei nach zehn Minuten beendet gewesen.

Zu der Aufgabe ist der gebürtige Schelklinger eher zufällig gekommen. Vier Jahrzehnte lang hat er im IT-Bereich gearbeitet, „oft sieben Tage die Woche“. Irgendwann wurde ihm klar: „Ich muss den Kopf auch mal in eine andere Richtung lenken.“ Bosler machte sich auf die Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung. „Dann sah ich die Ausschreibung: Gästeführer gesucht.“

Die Idee sprach ihn an, und Bosler begann 2005 die Ausbildung beim Verein Donautal-Aktiv, unterstützt vom Landkreis Neu-Ulm. Als es darum ging, sich auf bestimmte Arten von Führungen zu spezialisieren, wollte Bosler Radtouren anbieten, doch die Verantwortlichen hatten andere Vorstellungen, wie er erzählt: „Sie sagten: Du wohnst doch da oben auf dem Heiligen Berg, warum machst du nicht etwas Historisches.“

Bosler, der seit über 30 Jahren in Oberelchingen lebt, nahm die Herausforderung an und arbeitete sich in das Gebiet ein. „Von Berufs wegen war ich es gewohnt, neue Themen zu erarbeiten.“

Da sich 2005 die „Schlacht bei Elchingen“ zum 200. Mal Mal jährte, sei das Interesse gleich am Anfang seiner Gästeführertätigkeit groß gewesen, sagt er. Mittlerweile habe sich die Zahl der Führungen auf zehn bis fünfzehn pro Jahr eingependelt. In der Regel seien es Erwachsenengruppen, berichtet Bosler, viele seien aus der Region, doch es kämen auch Reisegruppen aus dem gesamten süddeutschen Raum.

Ergänzend zu den historischen Führungen bietet Basler auch Gewässertouren an, etwa die „Elchinger Wasserspuren“. „Dabei weise ich viel auf lokale Gegebenheiten hin, aber auch auf ökologische Katastrophen.“

Inzwischen ist Bosler, der auch zwei Jahre lang dem Elchinger Gemeinderat angehörte, im Ruhestand, die Kinder sind aus dem Haus. „Mal sehen, was die Zukunft so bringt“, sagt er. Fürs erste wird er mit Freuden weiter seine Führungen anbieten. „Die Freizeit bekommt dadurch auch einen sinnvollen Wert.“