Asyl Einsatz für Duldung mit Lehrstelle

Elchingen / Barbara Hinzpeter 17.07.2018

Als die Polizei Anfang Juli einen jungen Afghanen in der Unterelchinger Asylunterkunft zur Abschiebung abholte (wir berichteten), suchte sie auch nach einem anderen: Doch dieser war nicht zu Hause. Basir S. sollte eigentlich am 1. August seine Ausbildung als Hotelfachmann beginnen. Den Vertrag hatte er unterschrieben, allerdings fehlte ihm noch die Ausbildungsduldung.

Rechtsanwalt Christoph Käss hatte sie Mitte Juni bei der Regierung von Schwaben in Augsburg beantragt. Der Bescheid stehe weiter aus, sagt Freundeskreis-Sprecherin Birgit Möller. Stattdessen sei seither klar: Basir droht die Abschiebung. Nach Ansicht von Birgit Möller hat das dazu geführt, dass der Ausbildungsbetrieb jetzt den Vertrag mit Basir aufheben will. „Das ist eine Katastrophe“, sagt sie. Denn damit scheint der letzte Strohhalm zu schwinden. „Außer wir finden eine andere Lehrstelle.“  Unter normalen Umständen sei jeder Arbeitgeber über einen Auszubildenden wie Basir froh.

Die Zeit des Asylverfahrens habe er dazu genutzt, Deutsch zu lernen, den Hauptschulabschluss und Praktika zu absolvieren – mit stets sehr gute Zeugnissen. Er habe sich zum Übungsleiter für Volleyball ausbilden lassen und beim SV Thalfingen engagiert. Birgit Möller und die anderen Ehrenamtlichen hoffen nun, dass sich Politiker für Basir einsetzen.

Bereits am Samstag hat Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis (SPD) dem Freundeskreis ihre Unterstützung zugesagt. Auch andere Abgeordnete hätten positiv reagiert. Auch auf den Fall des anderen jungen Afghanen, der sich mit einem Messer verletzt hatte, hätten sich Abgeordnete, überregionale Medien und andere Helferkreise gemeldet. Dabei sei deutlich geworden, dass in der Region mehrere Afghanen abgeschoben wurden, die wie kurz vor dem Schulabschluss oder dem Beginn der Ausbildung standen.

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