Vöhringen/Neu-Ulm / OLIVER HEIDER Das Illertal-Gymnasium wird umgebaut und erweitert. Das haben zwei Ausschüsse beschlossen - jeweils einstimmig. Es hatte aber kritische Töne gegeben. Der Kreistag muss das Vorhaben endgültig absegnen.

Mehr als 13 Millionen Euro für die Generalsanierung mit Umbauten, fast 4,8 Millionen für einen Erweiterungsbau. Hinzu kommen noch die Kosten für Hausmeisterwohnung und Container. Insgesamt knapp 18,4 Millionen Euro wird es kosten, das Illertal-Gymnasium in Illerzell zu sanieren und zu erweitern. Der Bau- und Planungsausschuss hat dafür einstimmig grünes Licht gegeben und damit dem Kreistag empfohlen, dem Projekt auch zuzustimmen.

Das Illertal-Gymnasium wurde vor 30 Jahren errichtet. Es war inklusive Kollegstufe auf 24 Klassen ausgelegt. Im November vergangenen Jahres wurde beschlossen, die Schule auf 27 Klassen auszurichten - was Umbauten auf mehr als 1000 Quadratmetern und einen Erweiterungsbedarf von mehr als 800 Quadratmetern erfordert. Dem entsprechenden Bauprogramm stimmte der Schul-, Kultur-, Sport- und Stiftungsausschuss nun zu.

Der Erweiterungsbau im Passivhausstandard soll sich in Richtung Norden ans Bestandsgebäude anschließen. Im Erdgeschoss wird der Aulabereich erweitert, der musische Bereich liegt im neuen Gebäudetrakt. Im Obergeschoss befinden sich dann Klassen- und Aufenthaltsräume, im Untergeschoss Fachräume und Technik. Der südliche Gebäudeteil der Verwaltung wurde neu konzipiert. Für die Familie des Hausmeisters wird die Wohnung im Erdgeschoss erweitert. Die Außenanlagen ermöglichen künftig einen behindertengerechten Übergang im Bereich der Schule und zum Gebäude der Mittagsbetreuung.

"Eine Zäsur im Altbau, ein Neubau noch dazu: Es ist enorm, was gemacht wird", sagte Gerhard Leopold (Freie Wähler) in der Ausschusssitzung. Er wollte wissen, ob die Kosten eingehalten werden können. Und ob der Kreis alle Projekte - Lessing-Gymnasium, Illertal-Gymnasium, Realschule Pfuhl - stemmen kann. Laut dem Planer vom Architekturbüro handelt es sich beim Vorhaben in Illerzell um "errechnete Kosten". Preissteigerungen seien eingerechnet. Landrat Erich Josef Geßner erklärte, die Mittel für Realschule und Illertal-Gymnasium seien teils erst 2014 fällig, jene fürs Lessing-Gymnasium noch später. Er räumte aber ein, dass größere Wünsche außerhalb des Bildungsbereiches schwierig zu realisieren seien.

"Ausgerechnet ich als Vöhringer tue mich mit dem Erweiterungsbau schwer", sagte Werner Zanker (SPD). Eine Sanierung sei angebracht, aber mehr? Er warf die Frage auf, was passiert, wenn am Illertal-Gymnasium, wo im Schnitt 23 Schüler pro Klasse lernen, keine teilweise Rückkehr zum G9 komme, es mehr Schüler von Senden nach Neu-Ulm ziehe. Parteikollege Karl-Martin Wöhner befürchtet, dass zu wenig Platz sein könnte: "Wir bauen nach dem Zufallsprinzip."

"Ich halte unsere Prognose für realistisch", konterte der Fachbereichsleiter Schule, Wolfgang Opitz. Es gebe nach der 10. Klasse "besondere Aderlässe". Zudem habe es bisher viele Schüler aus Baden-Württemberg gegeben, die seit vorigem Schuljahr weitgehend ausblieben.

Realschule wird erweitert