Integration Einander besser kennen lernen

Gemeinsam feiern, einander kennen lernen: Das ist die Idee des Winterzaubers in Vöhringen.
Gemeinsam feiern, einander kennen lernen: Das ist die Idee des Winterzaubers in Vöhringen. © Foto: Ingrid Weichsberger
Vöhringen / Ingrid Weichsberger 17.01.2018

Seit nahezu drei Jahren engagieren sich in Vöhringen etliche ehrenamtliche Helfer für Flüchtlinge aus vielen Nationen. Beim Winterfest im katholischen Pfarrheim gab es jüngst die Möglichkeit, Berührungsängste zwischen Einheimischen und Asylbewerbern abzubauen und Kontakte zu knüpfen. Von Vorteil sei dies vor allem für die Kinder, erläuterte Silvia Gugler das Engagement der Helfer.

Das Bufett war mit Leckerbissen aus vielen Ländern bestückt. Der Start zum Winterfest begann jedoch zögerlich, und es sah so aus, als ob die wenigen Stühle und Tische ausreichen würden. Doch plötzlich füllte sich der Raum und junge Flüchtlinge stellten flugs weitere Tische und Stühle auf. Auch das Speisenangebot wuchs enorm an. Recht spärlich vertreten waren jedoch die einheimischen Festbesucher – abgesehen von den Ehrenamtlichen.

Mit dabei war auch das aus Syrien geflüchtete Ehepaar Heba und Mohammad mit ihren beiden Kindern. Sie leben seit Juni 2015 in Vöhringen. Mohammad ist Maschinenbauingenieur und arbeitet in Erolzheim. Seine Frau ist als Kindergärtnerin tätig. Ein Kind geht in die Schule, das andere besucht den Kindergarten.

Ingenieur will in die Heimat

„Um zum Arbeitsplatz zu kommen, habe ich den Führerschein gemacht“, berichtete Mohammad in fließendem Deutsch. Das Ehepaar möchte jedoch nicht für immer in Deutschland bleiben. „Sobald es möglich ist, gehen wir in unsere Heimat zurück“, erklärte das Paar. Ganz anders verläuft der Aufenthalt des 21-jährigen  Sahib Ullah aus Pakistan. Der junge Mann ist seit Oktober 2015 in Vöhringen. Vor mehr als einem Jahr durfte er eine Lehre in einer Schlosserei in Bellenberg beginnen und die Berufsschule besuchen. Inzwischen spricht der junge Mann fließend Deutsch.  „Arbeiten macht mir Spaß“, versichert er.

Wegen fehlender Papiere hat es sich die zuständige Behörde jedoch anders überlegt und erkennt Sahib nicht als Flüchtling an. Ihm droht nun die Abschiebung. Zwar wird ihm erlaubt, weiterhin in der Schlosserei zu arbeiten und seinen Lebensunterhalt zu verdienen – jedoch darf er keine Ausbildung beginnen. Betreut wird Sahib von dem Bankkaufmann und ehrenamtlichem Helfer Walter Singer.

„Diese Geschichte füllt inzwischen einen Ordner“, stellt er fest. Gut gefüllt ist derzeit auch die Flüchtlingsunterkunft der Stadt in der Industriestraße. Derzeit leben dort 78 Menschen aus Afrika, Afghanistan und Pakistan.