Infrastruktur Ein Ring fürs Trinkwasser

Wird erneuert: der Sendener Hochbehälter.
Wird erneuert: der Sendener Hochbehälter. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Niko Dirner 05.07.2018

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, nun endlich gibt es eine Lösung: Die Trinkwasserversorgung von Aufheim, Hittistetten, Witzighausen und Wullenstetten wird besser abgesichert. Die zweite gute Nachricht zum Thema Trinkwasser in Senden aus der jüngsten Werkausschuss-Sitzung lautet: Der mangelhafte Hochbehälter in Witzighausen wird nun endlich saniert (siehe Info-Kasten).

Derzeit werden die vier genannten Stadtteile jeweils über eine Stichleitung vom zentralen Hochbehälter in Witzighausen und den beiden kleineren Hochbehältern in Aufheim und Wullenstetten mit Trinkwasser versorgt. Kommt es zu einer Störung, weil beispielsweise ein Rohr bricht, so könnte dort nichts mehr aus den Hähnen fließen. Auch die Feuerwehr könnte dann auf dem Trockenen sitzen.

Um diesen Versorgungsengpass zu beseitigen, soll nun bis Oktober 2019 eine Verbindung zwischen den Trinkwassernetzen von Aufheim und Hittistetten hergestellt werden. Mit dieser Ringleitung können die Stadtteile von zwei Seiten her bedient werden, somit gibt es bei einem Störfall immer eine Alternative. Zudem können dank der Leitung Hittistetten und Witzighausen notfalls von Neu-Ulm aus mit Wasser beliefert werden.

Unter der Autobahn durch

Rund 1,5 Millionen Euro wird die rund drei Kilometer lange Ringleitung kosten. Der Bau soll weitgehend entlang von Feld- und Waldwegen und im „offenen Verfahren“ erfolgen, sprich: Ein Bagger reißt den Boden auf, Arbeiter legen die Leitung hinein – das klappe dank ausreichender Höhe auch dort, wo die Autobahn unterquert werden muss. Ob die Leitungen aus Kunststoff oder Gusseisen sind, wird die Ausschreibung erbringen. Guss, sagte ein Fachmann, haben den Vorteil, dass sich Lecks orten lassen. Das gehe bei Kunststoff nicht.

Im Dezember soll die Ausschreibung erfolgen. Die Hoffnung ist, dass dann die Baukonjunktur sich ein wenig abgekühlt hat und die Unternehmern zu einem akzeptablen Preis ihre Leistung anbieten. Der Baubeginn ist für März 2019 vorgesehen.

Neuer Deckenputz für zentralen Speicher

Sanierung Kaum wurde der neue Sendener Trinkwasserbehälter in Betrieb genommen, wurde Schimmel gefunden. Es folgte ein sechsjähriger Rechtsstreit, der im Herbst 2017 in einen Vergleich mündete. Nun wird der Deckenputz in einer der beiden Kammern erneuert. Für rund 80 000 Euro wird das eine Firma aus dem Unterfränkischen übernehmen. Die Stadt geht in Vorleistung und bekommt das Geld vom damals beauftragten Ingenieurbüro erstattet. Weitere Arbeiten werden folgen: Der Vergleich sieht vor, den Boden in derselben Kammer zu erneuern und gegebenenfalls auch in der zweiten Kammer. Zudem müssen weitere Mängel etwa an einem Sickerschacht behoben werden. All das bezahlen die am Bau beteiligten Unternehmen.

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