Weißenhorn Ein Jahr nach dem versuchten Mord bei Altenstadt: Suche nach Täter dauert an

So soll der Täter aussehen, der nahe Altenstadt eine Frau töten wollte.
So soll der Täter aussehen, der nahe Altenstadt eine Frau töten wollte. © Foto: Polizei
Weißenhorn / CARSTEN MUTH 17.08.2013
Heute jährt sich der brutale Überfall auf eine Frau bei Altenstadt. Die Polizei hat bereits mehr als 1000 Hinweise überprüft. Ohne Erfolg.

Die Tat geschieht am helllichten Tag. Es ist der 17. August 2012, ein Freitag, früher Abend, die Sonne scheint. Eine 38-Jährige fährt mit dem Rad auf dem Illerdamm in der Nähe von Altenstadt. Ein Mann stellt sich ihr in den Weg. Der Unbekannte bedroht die Frau mit einem Messer, wirft sie zu Boden, zerreißt ihre Kleider. Der Vergewaltigungsversuch scheitert, weil sich die Frau massiv wehrt und schließlich flüchten kann. Der Täter läuft davon.

Ein Jahr später dauert die Suche nach dem Unbekannten an. Die Polizei geht von einer Tötungsabsicht aus, ohne nähere Details zu nennen. Sie ermittelt deshalb wegen versuchter Vergewaltigung und versuchten Mordes.

Die Ermittler haben inzwischen mehr als 1000 Hinweise überprüft. "Eine heiße Spur war leider nicht dabei", sagt Jürgen Schweizer, Leiter der Kriminalpolizei Neu-Ulm. Noch aber seien nicht alle Spuren ausgewertet oder sämtliche Hinweise abgearbeitet worden. Schweizer und seine Kollegen schätzen den Täter als sehr gefährlich ein. "Davon muss man ausgehen", bestätigt der Kripo-Leiter. Der Mann sei äußert brutal vorgegangen, habe überdies das hohe Risiko nicht gescheut, entdeckt zu werden.

Kurz nach der Tat hatte die Polizei vermutet, dass der Gesuchte kein Fremder ist, sondern in einer der Ortschaften der Umgebung wohnen könnte - weil der Unbekannte zu Fuß unterwegs war, es keine Hinweise darauf gab, wonach der Flüchtige ein Fahrzeug oder Fahrrad genutzt hat. Inzwischen haben die Fahnder ihre Einschätzung geändert. Sie gehen laut Kripo-Sprecher Schweizer nun davon aus, dass der Täter nicht aus der Region kommt. Schließlich sei der Fahndungsdruck nach der Tat immens gewesen. "Wenn der Täter aus der Nähe kommt, hätte es unter diesen Umständen irgendwann einfach einen Anhaltspunkt für uns geben müssen." Der Überfall in Altenstadt ist längst mit ähnlichen Verbrechen in Deutschland verglichen worden. Aber auch das brachte die Ermittler nicht weiter.

Der 38-jährigen Radlerin war es gelungen, dem Täter das Messer aus der Hand zu schlagen. Der Mann und sein Opfer stürzten eine Böschung hinunter, fielen in die Iller. Die Frau konnte sich befreien, schwamm durch den Fluss, hinüber ans andere Ufer. Der Täter blieb zurück und flüchtete durchnässt in Richtung Westen über die nahe Landesgrenze nach Baden-Württemberg, in Richtung Balzheim im Alb-Donau-Kreis. Auf seiner Flucht wurde er von Zeugen gesehen. Das Tatmesser wurde sichergestellt, es war in die Iller gefallen.

Die 38-Jährige erlitt Schürfwunden, verbrachte einen Tag im Krankenhaus. Auf ihre Beschreibung hin haben Experten des Bayerischen Landeskriminalamts ein Phantombild angefertigt. Der Fall hat viele Menschen in Altenstadt und dem südlichen Kreis Neu-Ulm aufgewühlt. Das weiß Kripo-Chef Schweizer. Er betont: "Wir werden nicht aufgeben und alle Register ziehen, um den Fall aufzuklären." Zumal bei diesem Täter die Gefahr bestehe, dass er erneut zuschlage.

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