Umwelt Ein gutes Honigjahr im Kreis Neu-Ulm

Kreis Neu-Ulm / Matthias Sauter 14.03.2018
Bienenseuchen und Schädlinge beschäftigen den Kreisverband der Imker Neu-Ulm.

Der Imker Kreisverband Neu-Ulm hat in seiner diesjährigen Versammlung im Attenhofener Gasthof Neumaiers Hirsch auf ein gutes Honigjahr 2017 zurückgeblickt. „Zuvor mussten wir mit drei eher mageren Jahren kämpfen“, sagte der Kreisvorsitzende Walter Burger. Die Kehrseite der Medaille sei allerdings, dass dieses „hervorragende Lebensmittel zu Schleuderpreisen verramscht“ werde. Burger stellte dar, dass die Leistung der Bienen und der Imker nicht an dem Honigpreis im Supermarkt gemessen werde dürfe. „Spitzenqualität verdient einen Spitzenpreis“, forderte der Kreisvorsitzende.

Der 71-Jährige berichtete von zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr: So veranstalteten die Imker wieder einen theoretischen Anfängerkurs, der mit 52 Teilnehmern ausgebucht war. Es gab Ablegerkurse und Honigseminare. Im Fokus stand laut Burger auch wieder die Nachwuchsarbeit: Im Bereich des Bezirksverbands nahmen 225 Interessenten an einer Probeimker-Ausbildung teil. Als „äußerst wichtigen Punkt“ bezeichnete der Vorsitzende des 350 Mitglieder starken Verbandes die Meldepflicht der Bienenhaltung. „Jede Bienenhaltung ist eine Tierhaltung und meldepflichtig beim Veterinäramt des Kreises.“ Dies gelte auch für Imker, die nicht in Vereinen organisiert seien.

Asiatische Hornisse

Der Bienensachverständige Wolfgang Högerle informierte über anzeigepflichtige Bienenkrankheiten. Etwa die amerikanische Faulbrut, die durch verwahrloste Bienenstände, ausländische Honige oder durch unsachgemäßen Umgang mit bebrüteten Drohnenbrutwaben verursacht werde. Ein Schädling sei die asiatische Hornisse: Sie wurde 2004 zum ersten Mal in Bordeaux gesichtet und breitete sich in den Folgejahren in weiten Teilen Südeuropas aus.

„Diese Hornissenart braucht ab Juli massiv proteinhaltige Nahrung und verschlingt deshalb bis zu 1000 Flugbienen pro Tag“, erläuterte Högerle. Die westliche Honigbiene kenne keinen Abwehrmechanismus gegen die asiatische Hornisse, auch Maßnahmen der Imker zur Abwehr seien gescheitert. „Hier kommen heiße Zeiten auf uns zu“, sagte Högerle.

Im Bienenjahr 2017 habe es hohe Überwinterungsverluste von 15 bis 20 Prozent gegeben, dagegen sei die Sommerernte sehr gut gewesen. Die Varroamilbe habe zum Saisonende wenig Probleme bereitet, zu einem Anstieg der Milbenzahl kam es nach Aussage von Högerle im September und Oktober. Künftig könne der Parasit mit Lithiumchlorid bekämpft werden, jedoch stünden die Forschungen noch am Anfang. „Die Dauer bis zur etwaigen Zulassung wird wohl zwei bis fünf Jahre betragen.“ Er bat die Imker, keine Selbstversuche durchzuführen, da es sich um einen Arzneimittelverstoß handele.

 Neues Ehrenmitglied des Kreisverbands ist Hermann Lattoch. Er wurde in der Versammlung für seine Verdienste als langjähriger Vereinsvorsitzender, Nachwuchsausbilder und stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband ausgezeichnet. Vorsitzender des Kreisverbands bleibt in den kommenden beiden Jahren Walter Burger, sein neuer Stellvertreter ist Gerhard Wildner aus Nersingen.

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