Weißenhorn Ein Dutzend Interessenten

Interessenten aus dem In- und Ausland sind offenbar bereit, dem Alu-Schmelzwerk Oetinger in Weißenhorn wieder auf die Beine zu helfen. Foto: Patrick Fauß
Interessenten aus dem In- und Ausland sind offenbar bereit, dem Alu-Schmelzwerk Oetinger in Weißenhorn wieder auf die Beine zu helfen. Foto: Patrick Fauß
Weißenhorn / WILLI BÖHMER 17.08.2013
Es sieht gut aus für das insolvente Aluminiumschmelzwerk Oetinger und seine Mitarbeiter. Ein gutes Dutzend potenzieller Investoren hat sich gemeldet.

Der Schock war groß, als das Aluminiumschmelzwerk Oetinger am 27. Juni Insolvenzantrag stellte. Allein im Standort Weißenhorn sind 180 Mitarbeiter beschäftigt, in Neu-Ulm 130, weitere in Hannover und Berlin kommen hinzu. Der Schreck ist inzwischen Erleichterung gewichen: Keiner der Mitarbeiter musste das Unternehmen verlassen, kein Kunde ist abgesprungen, und die Auftragsbücher sind nach wie vor prall gefüllt. Trotz Insolvenz wird in den Hallen weiter produziert.

Gestern informierte der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus aus Düsseldorf in einer Telefonkonferenz über den Stand des Verfahrens. Es haben sich rund ein Dutzend Interessenten aus dem In- und Ausland gemeldet, die bereit wären, finanziell einzusteigen, um dem Traditionsunternehmen wieder auf die Beine zu helfen. Es seien ernstgemeinte Angebote, sagte Insolvenzverwalter Kebekus. Er will versuchen, diese Angebote bis zur Gläubigerausschusssitzung am Dienstag zu bewerten: Wer hat welche Finanzmittel zur Verfügung? Wer möchte mit welchem Betrag einsteigen? Gibt es Investoren, die das gesamte Unternehmen kaufen wollen? Am Dienstag soll auch darüber gesprochen werden. Dann soll der Ausschuss beschließen, mit wem Kebekus in engere Verhandlungen treten soll.

Eines scheint heute bereits festzustehen: Bis Ende August dürfte der Einstieg eines Investors nicht gelaufen sein. Dann dürfte das vorläufige Insolvenzverfahren in ein ordentliches Verfahren übergehen. Heute will der Insolvenzverwalter auch mit den Niederlassungen in Hannover und Berlin Kontakt aufnehmen und die Mitarbeiter informieren.

"Es ist bislang nicht so schlecht gelaufen", stellte Gewerkschaftssekretär Günter Frey von der IG Metall fest. Die vier Standorte in Deutschland sollen offensichtlich alle erhalten werden, auch die derzeitige Ausrichtung der Unternehmen bleibe bestehen. In Hannover hänge schließlich der Großkunde VW am Unternehmen. Und auch sonst scheint Oetinger die Wünsche der Kunden zufriedenzustellen: Viele Automobilhersteller bedienen sich dort. Nur die Kostenstruktur sei ungünstig und müsse verbessert werden. Dazu gehöre auch, sich um billigere Rohstoffe zu kümmern, um wieder aus der Verlustzone der vergangenen Jahre herauszukommen.

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