R-Pharm Ehemaliges Pfizer-Werk soll Europa-Zentrale von R-Pharm werden

So sehen russische Pharmazeuten aus.
So sehen russische Pharmazeuten aus. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Illertissen / ALEXANDER BÖGELEIN 01.10.2014
"Wir wollen hier bleiben" - zur Übergabe des ehemaligen Pfizer-Werks an den russische Pharma-Konzern "R-Pharm" spricht Vorstandschef Alexey Repik deutliche Worte. In der Strategie des Unternehmens spielt sein neues Werk in Illertissen eine wichtige Rolle. Der Standort soll ausgebaut werden.

Alexey Repik geht zielstrebig über das ehemalige Pfizer-Werksgelände in Illertissen zum neuen Firmenschild an der Einfahrt. Für den Vorstandschef und Eigentümer des russischen Pharmakonzerns ist der 1. Oktober ein besonderer Tag. In der Übernahme des Werks sieht das Unternehmen einen Brückenschlag in die Europäische Union. Von 1971 bis Mittwoch hatte das Werk zum US-Pharmariesen Pfizer gehört.

In Illertissen will R-Pharm in den kommenden Jahren wachsen. Dabei soll der deutsche Standort nach Repiks Worten in mehrfacher Hinsicht eine besondere Rolle spielen. Der Einstieg von R-Pharm, so betont der Eigentümer, erfolge mit langfristiger Ausrichtung: „Wir sind keine Finanzinvestoren. Wir wollen hier bleiben – Jahrzehnte und länger –, ein Teil der Geschichte werden und ein sehr attraktiver Arbeitgeber bleiben.“ R-Pharm sei ein Familienunternehmen: „Ich bin überzeugt, dass wir gut zusammenpassen und erfolgreich sein werden“, sagte er mit Blick auf die lange Ära im Besitz der Unternehmerfamilie Mack. Zunächst gehe es R-Pharm aber darum, ein guter Partner für Pfizer zu sein. Für den US-Konzern produziert und verpackt das Werk bis 2018 unter anderem das Raucherentwöhnungsmittel Campix.

Schritt für Schritt sollen Produktpalette und die Struktur erweitert werden. Illertissen werde zur Europa-Zentrale von R-Pharm. Mittelfristig will Alexey Repik Produktion, Forschung und den kaufmännische Bereich ausbauen.

Der bisherige Standortleiter Holger Weyhers firmiert nun als Geschäftsführer der R-Pharm Germany GmbH. Gleichzeitig ist er künftig für gesamte Produktionsnetzwerk zuständig. Das erstreckt sich von Russland über die Türkei bis in die USA. Wie Repik und R-Pharm-Generaldirektor Vasily Ignatiev erläuterten, wandle sich R-Pharm vom reinen Auftragsfertiger zu einem forschenden Arzneimittelunternehmen. In etwa drei Jahren wolle R-Pharm in Illertissen die ersten eigenen Medikamente herstellen. Auch sei mittelfristig geplant, neben festen Darreichungsformen wie Tabletten auch Fertigspritzen zu produzieren.

Von den Werken in Russland sollen nach Darstellung Ignatievs der dortige Markt und die ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion beliefert werden. Für die Versorgung des europäischen Marktes komme der hochmodernen Produktion und dem Knowhow der 370 Mitarbeiter in Illertissen eine entscheidende Bedeutung zu.

Die Pläne von R-Pharm, die Vorstandschef Repik bereits im Frühjahr den Mitarbeitern erläutert hatte, riefen laut Weyhers bei den Beschäftigten ein positives Echo hervor: „99,7 Prozent der Belegschaft sind an Bord geblieben.“

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