Buch Ehemalige US-Stützpunkt gehört künftig zur Gemeinde Buch

Im Oberroggenburger Wald, wo die US-Streitkräfte einst Atomraketen stationiert hatten, wird inzwischen mit Autos gehandelt.
Im Oberroggenburger Wald, wo die US-Streitkräfte einst Atomraketen stationiert hatten, wird inzwischen mit Autos gehandelt. © Foto: Gerhard Launer
Buch / MATTHIAS STELZER 07.04.2014
Der ehemalige US-Stützpunkt im Oberroggenburger Wald gehört künftig zur Gemeinde Buch. Das Gelände wird heute als Gewerbegebiet genutzt.

Mitten im Wald zwischen Buch und Kettershausen, wo das US-Heer einst Pershing-Raketen in Stellung hatte, sind heute vor allem Autos stationiert. Das gut 17 Hektar (etwa 24 Fußballfelder) große Areal ist zwar schon lange als Gewerbegebiet ausgewiesen. Einer Gemeinde war das ehemalige "Fort von Steuben" in den vergangenen Jahrzehnten aber nicht zugeordnet. Außermärkisches Gebiet nennt man solche Flächen, die direkt vom Landkreis verwaltet werden.

Die Firma, die auf der Lichtung im Oberroggenburger Wald das Autokontor Bayern betreibt, bezahlt Grund- und Gewerbesteuern (im Jahresdurchschnitt etwa 62.000 Euro) deshalb bislang direkt an den Neu-Ulmer Kreiskämmerer.

Da aber beispielsweise für Straßenunterhalt und Winterdienst sowie Feuerwehr- und Einwohnermeldewesen trotzdem die Marktgemeinde Buch zuständig ist, hat diese einen Eingemeindungsantrag gestellt.

Im Juni vergangenen Jahres meldete sich die Kommune - oder besser ihr Bürgermeister Roland Biesenberger - beim Landratsamt. Der Grund: Die einzige Zufahrtsstraße zur ehemaligen Raketenstellung ("An der Lehmgrube"), über die im Jahr etwa 100.000 Autotransporte abgewickelt werden, steht mal wieder zur Sanierung an, und die Marktgemeinde will die Diskrepanz zwischen Unterhaltslast einerseits und entgehenden Einnahmen andererseits nicht mehr länger hinnehmen. "Der Kreis hat das Geld, wir die Lasten - das finden wir von der Aufteilung her nicht fair", sagt Bürgermeister Biesenberger.

Eine Argumentation, der am Freitag nun auch der Neu-Ulmer Kreisausschuss folgte. Einstimmig empfehlen die Kreisräte dem Plenum, der Eingemeindung zuzustimmen.

Statt der Realsteuern aus dem Oberroggenburger Wald wird der Landkreis Neu-Ulm dann künftig nur noch eine durchschnittlich um etwa 30.000 Euro höhere Kreisumlage aus der Marktgemeinde Buch verbuchen können.

Letztere wird dafür dann ganz formal auch 34 Einwohner hinzugewinnen, die auf dem ehemaligen US-Kasernengelände leben. Zumindest, wenn neben dem Kreistag, der das Thema am kommenden Freitag auf der Tagesordnung hat, auch die Regierung von Schwaben dem Eingemeindungsersuchen der Marktgemeinde zustimmt.

Der Erlass einer entsprechenden Rechtsverordnung ist in Augsburg aber schon in Vorbereitung. Denn gesetzlich ist solchen Eingliederungsanträgen von (Nachbar-)Gemeinden zuzustimmen, wenn nicht "dringende Gründe des öffentlichen Wohls" entgegen stehen.

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