Justiz Drogendealer-Bande räumt Taten ein

Memmingen / Carsten Muth 31.07.2018

Am Landgericht Memmingen ist gestern der Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer international agierenden Drogendealer-Bande fortgesetzt worden. Die Männer im Alter von 32 bis 48 Jahren sollen im großen Stil Kokain, Ketamin und Marihuana vom europä­ischen Festland aus nach Großbritannien geschmuggelt haben.

Das Gericht erreichte mit vier der fünf Beschuldigten, ihren Verteidigern und der Staatsanwaltschaft eine Verständigung. Heißt: Die Beschuldigten räumten die ihnen zur Last gelegten Taten im Wesentlichen ein. Das Gericht wiederum legte im Gegenzug die zu erwartenden Strafmaße fest.

Demnach müssen die fünf Beschuldigten mit langen Gefängnisstrafen rechnen. Der aus dem Landkreis Neu-Ulm kommende Haupttäter der deutsch-rumänischen Bande – er hatte den Schmuggel offenbar organisiert – soll neuneinhalb bis zehn Jahre hinter Gitter. Drei weitere Mitangeklagte sollen Strafen zwischen dreieinhalb und sechseinhalb Jahren erhalten. Angeklagter Nummer fünf hat in der bisherigen Gerichtsverhandlung noch keine Angaben gemacht. Er legte jedoch bereits im Vorfeld bei den Vernehmungen durch die Polizei ein Geständnis ab.

BKA-Ermittler sagen aus

Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) sagten gestern als Zeugen in Memmingen aus. Sie bestätigten, dass die Ermittlungen gegen die Bande europaweit geführt wurden und von den Behörden in Rumänien ausgingen.

Zoll und Polizei stellten laut der Ermittler insgesamt 35 Kilogramm Kokain, 54 Kilo Ketamin und 6,5 Kilo Marihuana sicher. Allein die sichergestellte Menge des qualitativ hochwertigen Kokains dürfte einen Warenwert von umgerechnet rund einer Million Euro haben.

Info Der Prozess in Memmingen wird heute fortgesetzt. Beginn: 9 Uhr.

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