Bandenmäßiger Handel Neuneinhalb Jahre Haft für Haupttäter?

Symbolbild
Symbolbild © Foto: dpa
Memmingen / Carsten Muth 26.07.2018
Im Prozess gegen eine international agierende Bande am Landgericht Memmingen erwarten die Angeklagten lange Haftstrafen.

„Bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.“ Das wirft die Staatsanwaltschaft  fünf Männer im Alter von 32 bis 48 Jahren vor, die kiloweise Kokain, Ketamin und Marihuana vom europäischen Festland aus nach Großbritannien geschmuggelt haben sollen – und die sich nun dafür vor dem Landgericht Memmingen verantworten müssen. Drei der fünf Angeklagten kommen aus dem Landkreis Neu-Ulm. Nach vier Verhandlungstagen haben sich Gericht, Anklage und Verteidigung eine womöglich verfahrensverkürzende Absprache getroffen.

Im Zuge dessen haben vier der fünf Angeklagten die Anklage in wesentlichen Punkte eingeräumt, das Gericht hat den Männern im Gegenzug feste Strafrahmen zugestanden. Demnach erwartet den Haupttäter aus dem Kreis Neu-Ulm, Organisator des Schmuggels, eine Strafe von neuneinhalb bis zehn Jahren.

Wert: eine Million Euro

Die anderen an dem „Deal vor Gericht“ beteiligten Angeklagten müssen mit Gefängnisstrafen zwischen dreieinhalb und sechs Jahren rechnen. Darunter ist ein Lastwagen-Fahrer aus Rumänien, der nach Angaben seines Verteidigers im Gegensatz zu seinen Mitangeklagten schon früh und umfassend mit den Behörden zusammenarbeitete. Der Mann muss womöglich sechs Jahre hinter Gitter – ein Strafmaß, das der Verteidiger angesichts der Kooperationsbereitschaft seines Mandanten für völlig unverhältnismäßig hält.

Zoll und Polizei stellten 35 Kilogramm  Kokain, 54 Kilo Ketamin und 6,5 Kilo Marihuana sicher. Drogen, die die Bande in Lkws und Autos versteckt auf die Insel transportierten. Alleine die sichergestellte Menge an  Kokain hat einen Warenwert von umgerechnet rund einer Million Euro.

Info Der Prozess wird am kommenden Montag, 9 Uhr, fortgesetzt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel