Lichtmasten vom Technischen Hilfswerk erhellen den Lastwagenparkplatz an der B10, gleich neben der Auffahrt auf die Autobahn A7. 30 Polizeibeamte von Neu-Ulmer Polizei und der Günzburger Autobahnpolizei  sowie fünf Zollbeamte stehen Freitagabend ab 18 Uhr bereit – für eine „Schwerpunktfahndungs- und Kontrollaktion“. „Es ist eine ganzheitliche Kontrolle“, wie Polizeivizepräsident Guido Limmer vom Präsidium Schwaben Süd/West vor Ort erläutert. Besonderes Augenmerk liege auf Einbrecherbanden. Grundsätzlich werde jedoch nach allem fahndet: Fahrer ohne Fahrerlaubnis, illegaler Aufenthalt, Drogen, Alkohol am Steuer. Fünf Zollfahnder aus Lindau haben sich angeschlossen. Sie sind auf der Suche nach Schmuggelware oder gehen Hinweisen auf Schwarzarbeit nach. Zeitgleich wird laut Limmer an 24 Kontrollpunkten im süddeutschen Raum kontrolliert. Ähnliches geschehe in Rheinland-Pfalz, Sachsen und weiteren Bundesländern.

Einbrüche in Süddeutschland

Erst vergangenen Donnerstag habe es einen Einbruch in einem Vöhringer Einfamilienhaus gegeben. Die Diebe hatten Schmuck im Wert von 10.000 Euro erbeutet. Davor hatte es eine Einbruchserie im süddeutschen Raum gegeben, die auf eine professionell arbeitende Bande hinweist. „Es auch geht darum, Erkenntnisse zu gewinnen“, sagt Limmer. Verdächtige Fahrzuge mit für Einbrüche geeignetem Werkzeug könnten beispielsweise registriert werden. Wenn ein Bürger diese meldet, weil sie sie in einem Wohngebiet gesehen haben, sind die Beamten bereits einen Schritt voraus. „Von den Informationen der Bürger, davon leben wir“, betont der Polizeivizepräsident. An diesem Abend hilft den Polizisten insbesondere ein direkter Anschluss an die Datenbank des Landeskriminalamts. Dafür sind  Neu-Ulmer Polizisten in einem mit Computern ausgestattet Kleinbus zuständig. Sie lesen Ausweise, Fahrzeug- und Führerscheindaten ein. Wenn abgegriffene ausländischen Papiere vorgezeigt werden, ist in vielen Fällen aber wieder menschlicher Sachverstand gefragt.

Den steuert Polizist Ralf Schadwinkel in diesem Fall bei. Er entscheidet nach Prüfung mit der Lichtlupe, ob Papiere echt sind. Nicht selten würden gefälschte Pässe an Nicht-EU-Bürger verkauft, um diesen Arbeits- und Reisemöglichkeiten für den Schengenraum zu ermöglichen.

Drei Stunden dauert die Kontrolle

Genaue Kontrolle der Papiere und viel Nachfragen ist auch bei den Leuten vom Zoll gefragt. Nach Abgleich der Daten mit der deutschen Rentenversicherung wird Zolloberinspektor Rainer Strohmayer von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Lindau bei einem Paket-Fahrer syrischer Herkunft fündig. Der arbeitet offenbar ohne Sozialversicherung. „Sein Chef hätte ihn anmelden müssen“, meint Strohmayer. Nun müsse dieser wohl 750 Euro Bußgeld zahlen. Drei Stunden lang dauert die Kontrolle an dem Lkw-Parkplatz bei Nersingen an. Von 20 Uhr an lichtet sich schließlich der Verkehr. Kleinbusse, auf die die Beamten ein besonderes Augenmerk haben, werden seltener. Gefragt, was er von den Kontrollen halte, meint ein Autofahrer aus Nürnberg, er finde sie gut und wichtig, auch wenn sie ihn Zeit kosten. Ähnlich antwortete auch eine Studentin aus Ulm.

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Fünf gesuchte Personen gingen ins Netz


Ergebnisse Mehr als 100 Fahrzeuge und über 200 Personen wurden überprüft. Fünf gesuchte Personen, gegen die ein Verfahren läuft, gingen ins Netz. Mutmaßliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz wurden aufgedeckt. In sechs Fällen besteht Verdacht auf Schwarzarbeit. Acht Kleintransportern fehlten Aufzeichnungen über Ruhezeiten. Außerdem wurden geringe Mengen Marihuana festgestellt. Ein alkoholisierter Fahrer musste sein Auto stehenlassen.