Senden Doppelte Amtseinführung für Pfarrerehepaar in Senden

Das neue Pfarrerehepaar für die evangelische Kirchengemeinde in Senden ist da: Diakon Michael Zagel (links) begrüßt die beiden Pfarrer Kathrin und Gerald Bohe. Auf dem rechten Bild ist zu erkennen, dass die Sanierung des Pfarrhauses in der Hauptstraße, in dem die Familie Bohe wohnen wird, vorankommt. Fotos: Claudia Schäfer
Das neue Pfarrerehepaar für die evangelische Kirchengemeinde in Senden ist da: Diakon Michael Zagel (links) begrüßt die beiden Pfarrer Kathrin und Gerald Bohe. Auf dem rechten Bild ist zu erkennen, dass die Sanierung des Pfarrhauses in der Hauptstraße, in dem die Familie Bohe wohnen wird, vorankommt. Fotos: Claudia Schäfer
CLAUDIA SCHÄFER 05.07.2013
Die evangelische Kirchengemeinde Senden feiert am 27. Juli Amtseinführung: Das Pfarrerehepaar Kathrin und Gerald Bohe übernimmt an diesem Tag die lange vakante erste Pfarrstelle.

Noch sind die beiden Pfarrer Kathrin und Gerald Bohe und ihre beiden vier und sieben Jahre alten Kinder in Diedorf bei Augsburg zu Hause. Dort leiten sie die evangelische Gemeinde seit zehn Jahren. Doch die Stippvisiten in Senden werden häufiger, sagt die 43-jährige Kathrin Bohe: Einmal wöchentlich schaut sie in der Hauptstraße vorbei, um zu sehen, wie der Umbau des historischen Pfarrhauses vorangeht. Dort, in dem rund 130 Jahre alten Gebäude, wird die Familie ab Ende Juli wohnen. Wenn die überwiegend von der Landeskirche finanzierte Sanierung bis dahin abgeschlossen ist. Bohes sind zuversichtlich: "Jedes Mal, wenn wir vorbeischauen, sieht man einen deutlichen Baufortschritt." Am 27. Juli feiert die evangelische Kirchengemeinde die Amtseinführung des Pfarrerehepaares, das gemeinsam die Pfarrstelle übernimmt.

Dass es neben der Pfarrhaus-Sanierung in der evangelischen Kirchengemeinde noch andere Baustellen gibt, ist beiden klar. Sie haben die teils heftigen Diskussionen, die vor dem Weggang ihres Amtsvorgängers Christoph Rupprecht geführt wurden, aus der Ferne verfolgt. Das alles schrecke sie nicht, betonen sie. Sie hätten "eine Liebe zu unfertigen Situationen", scherzt Kathrin Bohe. "Wir wollen uns nicht in ein gemachtes Nest setzen."

Ihren Dienstantritt in Senden sehen sie als Chance. Es gehe darum, erst ein Beziehungsgeflecht aufzubauen, Kontakt zu den Gemeindemitgliedern, zum Kirchenvorstand, der politischen Gemeinde, den katholischen Kollegen und Schulleitern zu suchen. Zudem hätten Neulinge immer den Bonus, "dumme Fragen" stellen zu dürfen und dadurch manche Entwicklung in Gang zu bringen. Dass sie sich künftig die erste Pfarrstelle teilen werden, sei gut für alle: "Wir können zu ganz unterschiedlichen Leuten Kontakt halten, weil wir unterschiedliche Menschen sind", sagt Gerald Bohe. In guter Tradition würden sie "ein Jahr lang erst einmal gucken". Ein neues Team brauche diese Zeit, um sich einzuspielen. Und in Senden gebe es ein großes Team.

Welche Ideen sie aus ihrer Diedorfer Zeit in Senden verwirklichen werden, etwa die dort beliebte Nachtkirche, die Exerzitien, die Lobgottesdienste oder das gemeinsame Taizé-Gebet mit den katholischen Christen, könnten sie noch nicht sagen: "Sachen, die in Diedorf gut sind, müssen nicht auch in Senden gut sein", betonen beide. Schließlich sei die Diedorfer Gemeinde mit rund 2600 evangelischen Christen weniger als halb so groß wie Senden mit rund 5400 Protestanten. Wichtig sei ein gutes Miteinander mit dem Kollegen Martin Richter, den Hauptamtlichen und dem Kirchenvorstand.

Wie sie die Aufgaben künftig aufteilen wollen, steht jedoch schon fest: Gerald Bohe wird sich um die Konfirmanden, Schule und Kindergarten kümmern. Sie übernimmt die Geschäftsführung und widmet sich der Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand. Und natürlich will die Familie auch privat in Senden heimisch werden. Gerald Bohe, begeisterter Radfahrer und Sportler, freut sich auf ausgedehnte Radtouren in der Umgebung. Dazu möchte er seine Leidenschaft für Musik und fürs Klavierspiel weiter pflegen. Sie liebt die Aussicht auf Tagesausflüge in die Berge, zum Wandern oder Skifahren. "Wir freuen uns alle sehr auf Senden."

Gemeindefest in Senden