Betreuung Diskussion um Kindertagesstätte

Senden / Niko Dirner 26.07.2018

Die steigenden Geburtenzahlen und der damit einhergehende Zwang, mehr Kindergartenplätze zu schaffen, beschäftigen in Senden die Kommunalpolitik. Im Stadtrat am Dienstag ging es zwei Mal um das Thema. Dabei kam zum einen zu Tage, dass der Kindergarten in Ay an der Kapazitätsgrenze arbeitet – woraufhin die Stadträte zur Entlastung für Ay und für die ebenfalls städtische Einrichtung in Witzighausen je eine 450-Euro-Kraft als Küchenhilfe genehmigten. Zum anderen legten die Stadträte fest, wo der neue Kindergarten auf der Weberei situiert wird.

Im Kindergarten Ay sind mehrere Nebenräume zu Räumen für Notgruppen umfunktioniert worden, sagte Leiterin Henriette Werner. „Wir stopfen hier unheimlich viel hinein“, räumte Bürgermeister Raphael Bögge ein. Dennoch werde gute pädagogische Arbeit geleistet. Wobei der Druck nicht weniger wird: Es gibt eine Warteliste mit 96 Kindern. Einen Container wollten die Eltern nicht, sagte eine Vertreterin des Elternbeirates. Entlastung könnte aus Sicht der Räte eine Erweiterung des Waldkindergartens der evangelischen Kirche bringen. Und ein Ausbau der integrativen Betreuung der Lebenshilfe. Von beiden lägen Angebot vor, sagte Claudia Schäfer-Rudolf, CSU. Sie frage sich, warum die Verwaltung das nicht „offensiver“ angegangen sei? So äußerte sich auch Maren Bachmann, SPD.

Rüge aus dem Stadtrat

Pfarrerin Kathrin Bohe habe noch nicht wirklich grünes Licht signalisiert, antwortete Walter Gentner von der Verwaltung. Zudem müsste erst ein geeigneter Platz gefunden werden. Und auf eine Umfrage in Ay, wer sich für eine integrative Gruppe interessiert, hätten sich nur vier Eltern gemeldet. Also habe man das zu den Akten gelegt. Per Beschluss forderten die Stadträte, dass mit beiden Trägern sofort Verhandlungen aufgenommen werden. „Wir machen hier die Verwaltungsarbeit“, schimpfte Freie-Wähler-Stadtrat Hans-Manfred Allgaier. Bögge wies das zurück.

Fünf Kindergarten- und vier Krippengruppen werden bis 2020 in der Nord-Ost-Ecke der Weberei gebaut – und zwar auf Wunsch des Bund Naturschutzes ein wenig weiter südlich an der Dillmannstraße als geplant, um viele Bäume erhalten zu können. Kosten wird der Bau 8,5 Millionen Euro, sagte ein Projektsteuerer, eine Kostensteigerung von bis zu 20 Prozent sei möglich. Rund 3,8 Millionen Euro gibt es als Zuschüsse – das Architekturbüro hatte umgeplant und so eine förderfähige Nutzfläche von bis zu 82 Prozent hingedeichselt. Die Räte genehmigten das Raumprogramm, so dass die Planungen weitergehen können.

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