Die Schlösser und die Sanierung

SWP 21.07.2012

Das Neuffenschloss ist dasältere der beiden Gebäude in zentraler Lage in der Altstadt von Weißenhorn. Erbaut wurde es in der Zeit von 1460 bis 1470, erzählt der Weißenhorner Stadtbaumeister Burkhard Günther. Erbaut wurde es anstelle eines Gebäudes,"das es schon vorher an dieser Stelle gab". Davon künden Fundamente, die im Zuge der Sanierung der gesamten Schlössergruppe gefunden wurden. Auch die Logik weist darauf hin: Denn es gab damals schon die Stadt Weißenhorn als eine gewichtige Siedlung:"Die Menschen hatten schon 1356 die Schranne als Rathaus und Kaufhaus inmitten der Stadt." Da sei es doch leicht erklärbar, dass Menschen, die in einer bedeutenden Umgebung etwas zu sagen haben, sich etwas Großes bauen. Es scheint, dass sich die Herren von Neuffen (ihr Zeichen war das dreifache Horn), die die Entwicklung des mittleren und oberen Rothtales geprägt haben, ein Wasserschloss an dieser Stelle hingestellt haben. Dieses war denn wohl auch Teil einer ersten Stadtbefestigung.

Das Fuggerschloss ist neben dem alten Festungsgebäude des im 14. Jahrhundert erloschenen Neuffengeschlechts errichtet worden. Die Stadt war in den Besitz der Herzöge von Bayern geraten, die die Stadt fast ständig beliehen und verpfändeten. Der Letzte in der Kette der Geldgeber war 1507 Jakob Fugger. Der nächste Aufstieg der Stadt begann durchden Handel. Im 16. Jahrhundert bauten sich die neuen Herren der Fuggerstadt ihren neuen Herrschaftssitz.

Mit einem prunkvollen Empfangssaal, der im Zuge der Sanierung wieder als Herzstück der Anlage von der Kleinteiligkeit befreit wird, bekommt die Stadt einen zentralen, repräsentativen Raum zurück. Rechts unten im Neuffenschloss wird körpergerecht die Leber wiederbelebt - mit einem Restaurant und einem daran angelehnten Biergarten im rückwärtigen Teil des Neuffenschlosses- direkt an der alten mittelalterlichen Stadtmauer.

Seit Anfang 2011 werden das Fugger- und das Neuffenschloss in der Altstadt saniert. Für die Stadt Weißenhorn ist es ein Mammutprojekt. Vor Beginn der Arbeiten hieß es: Der Umbau wird rund neun Millionen Euro kosten. Die Stadt rechnet mit öffentlichen Zuschüssen in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro.