Wettkampf Rettungsschwimmer in verschiedenen Disziplinen gemessen

Leben retten im Wasser will gelernt sein.
Leben retten im Wasser will gelernt sein. © Foto: Dave Stonies
Langenau / Dave Stonies 16.04.2018

Das Wort „Wettkampf“ klingt erst mal nach unerbittlichem Konkurrenzdenken an. Und in vielen Sportarten gibt es das auch. In der DLRG, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, sind jedoch alle Mitglieder, wenn sie auch in unterschiedlichen Ortsgruppen beheimatet sind, miteinander verbunden. Wie das funktioniert, war jetzt im Langenauer Naubad zu sehen.

Junge Schwimmer stehen auf den Startblöcken, blicken konzentriert auf ihre Flossen. Über ihren Rücken hängt ein Gurtretter, ein länglicher Auftriebskörper. Dann ertönt der Pfiff. Die Spannung entlädt sich schlagartig – und die Rettungsschwimmer katapultieren sich mit einem Startsprung nach vorne. Zug um Zug kraulen sie durchs Wasser.

Es macht den Schwimmern sichtlich Spaß, sich bei den Bezirksmeisterschaften zu messen. Richtige Technik, Kondition und Taktik, vieles ist entscheidend. Wer hier siegreich ist, sichert sich einen Platz für die Landesmeisterschaften in Baden-Württemberg. In Langenau treten mehr als 200 Rettungsschwimmer aus den DLRG-Verbänden Blaubeuren, Ulm-Bundeswehr, Langenau und Ulm sowohl in Einzel- wie auch in Mannschaftsdisziplinen gegeneinander an.

„Wer glaubt, die Teilnehmer schwimmen nur gerade aus, der irrt sich gewaltig“, sagt Wettkampfleiterin Sandra Steinfeld vom Blaubeurer Ortsverband. Die 36-Jährige trainiert ihre Teams in verschiedenen Disziplinen, denn es gibt eine Fülle verschiedener Einzel- und Mannschaftswettkämpfe mit unterschiedlichen Aufgaben: Hindernisschwimmen, Flossenschwimmen, Retten einer Puppe mit und ohne Flossen, kombinierte Rettungsübungen und Gurtrettung.

Eine Bahn schwimmen, dann abtauchen, um die bis zu 40 Kilogramm schwere Rettungspuppe zu greifen, und wieder zurück. Schon das zu sehen, sieht anstrengend aus, und im Laufe des Wettkampftages stieg auch der Schwierigkeitsgrad in den Disziplinen. Wenn etwa die Puppe mit einem Rettungsgurt fixiert wird. Das Regelwerk verzeiht keine Fehler.

Zu frühes Auftauchen, falsche Lage und Fixieren außerhalb einer bestimmten Zone. Alles kann Punktabzug oder die Disqualifikation zur Folge haben und überall stehen Zeitnehmer sowie Schieds- und Kampfrichter.

Das letzte Wort bei einem Einspruch hat Daniela Ludwig. Fehler werden auf roten Karten markiert und wenn ein Trainer eines Teams damit nicht einverstanden ist, kann er innerhalb von 30 Minuten nach Wertungsbekanntgabe sein Veto einlegen. Dann beginnt für Daniela Ludwig die Detektivarbeit. „Ich spreche mit den Schiedsrichtern, den Sportlern und Trainern und muss schnell eine Entscheidung treffen.“

Manch strittige Entscheidung

Ein umfangreiches Regelwerk soll dabei helfen, doch viel funktioniert auch über Erfahrungswerte. Ludwig hat schon bei Deutschen Meisterschaften die Einhaltung der Regeln überwacht. Wenn eine Entscheidung umstritten ist, hat der Sportler Glück. „Es gilt: Im Zweifel für den Schwimmer“, sagt die Schiedsrichterin.

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