Region Der Winter hält sich im Dezember vornehm zurück

Zu und zu nass: Von Winter war im Dezember in den Niederungen keine Spur.
Zu und zu nass: Von Winter war im Dezember in den Niederungen keine Spur.
Region / SWP 07.01.2012
Bei einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer war der vergangene Dezember zu nass und zu warm. Schnee gab es nur in den Bergen.

Die anhaltende Dominanz der Hochdruckgebiete im Herbst wich im Dezember reger Tiefdrucktätigkeit. In einer strammen, zeitweise stürmischen Westwinddrift zog ein Schlechtwettergebiet nach dem anderen über unsere Region hinweg. Dabei gelangte vorübergehend mal feucht-kalte Polarluft, überwiegend jedoch milde Atlantikluft nach Süddeutschland. Schwache Zwischenhochs sorgten nur kurzzeitig für eine Wetterbesserung.

Auf den trockensten November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen folgte der zweitniederschlagsreichste Dezember der letzten 40 Jahre. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried fielen auf 25 Tage verteilt 130,4 Liter Niederschlag. Nur im Vorjahr wurde hier im Dezember noch mehr Niederschlag registriert. Ganz anders im Allgäu. Dort wurden die Werte aus dem Dezember 2010 dieses Jahr deutlich überboten.

Mancherorts, wie in Vogt oder Isny, notierten die Wetterbeobachter über 250 Liter/m² und auf dem 1040 Meter hohen Steinberg waren es gar 342 Liter/m², doppelt so viel wie im vorangegangenen Dezember. Doch während im vergangenen Jahr bei wesentlich tieferen Temperaturen die Niederschläge selbst an Donau und Iller und sogar am Bodensee häufig in Form von Schnee fielen, hielt sich der Winter dieses Jahr in den Tälern bisher vornehm zurück.

Zwar präsentierte sich in den Tagen vor Weihnachten beinahe die gesamte Region im weißen Winterkleid, aber das sprichwörtliche und so zuverlässige Weihnachtstauwetter ließ die weiße Pracht bis Heiligabend wieder dahinschmelzen. Nur auf den höchsten Erhebungen des Heubergs und im höheren Allgäu gab es eine weiße Bescherung. Den Schneemassen in den Wintersportorten der Nordalpen konnte das Tauwetter allerdings nichts anhaben.

Hier lagen nach dem extrem schneearmen Monatsbeginn und dem verspäteten Auftakt in die Wintersportsaison zum Jahreswechsel bis zu zweieinhalb Meter Schnee.

Mit einer Durchschnittstemperatur von plus 2,6 Grad Celsius (Dezember 2010: minus 2,5°C) wurde in Bad Schussenried nach 1979 (+ 3,3°C), 1993 (+ 3,0°C) und 2000 (+ 2,7°C) der vierwärmste Dezember seit Messbeginn im Jahre 1968 verzeichnet, wobei die Wetterstatistiker lediglich 13 Frosttage (30-jähriger Mittelwert: 24,6 Tage und 2 Eistage mit Dauerfrost (Mittelwert: 11,3 Tage) verbuchten.

Nach dem wochenlang anhaltenden Wetterstillstand kam zeitweise auch mächtig Bewegung ins Wettergeschehen. So zogen am 16. (Freitag) die Ausläufer von Orkantief "Joachim" über unsere Region hinweg. Dabei wurden auf dem Hohentwiel 137 km/h, in Tettnang 94,8 km/h und in Bodnegg-Rotheidlen 90,1 km/h gemessen. Es kam zu Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste und die Bahnstrecke von Bad Waldsee nach Wolfegg musste zeitweilig gesperrt werden. Insgesamt gesehen hielten sich die Schäden jedoch in Grenzen.

Info Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und Informationen rund ums Wetter unter www.wetterwarte-sued.com

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