Der Strom fließt in Kürze

Bürgermeister Sigisbert Straub freut sich über das gelunengene Projekt Solarpark Beckenghau.
Bürgermeister Sigisbert Straub freut sich über das gelunengene Projekt Solarpark Beckenghau.
BEATE REUTER-MANZ 07.01.2012
Seinetwegen stand mancher unter Strom. Jetzt gibt es den Erledigt-Haken unter den Solarpark Beckenghau - auch wenn der Strom noch nicht fließt.

SÜDWEST PRESSE: Kaum etwas hat die Rathausmannschaft in den vergangenen Monaten so beschäftigt wie der Solarpark Beckenghau. Hat es geklappt mit dem wichtigen Fertigstellungstermin zum Jahresende?

SIGISBERT STRAUB: Die Photovoltaikanlage ist seit den Weihnachtstagen betriebsbereit. Man spricht vom so genannten Glühbirnentest. Will heißen: Die Unterkonstruktion ist fertig, alle Solarmodule auch - immerhin 7000 Stück. Außerdem sind alle Wechselrichter montiert worden, samt Hauptleitung und aller Verkabelungen.

Sie wollen damit sagen, die Anlage ist fertig, läuft aber noch nicht?

STRAUB: So ist es. Fachleute haben den Solarpark am 22. Dezember abgenommen. Es wurden Messprotokolle erstellt,die Strommessungen dokumentiert. Die Unterlagen gingen rechtzeitig an die ENBW, so dass die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur noch vor Jahresende erfolgen konnte. . .

. . . und Ihnen ein Stein vom Herzen fiel. Immerhin kommt Dietenheim jetzt in den Genuss von einer optimalen Einspeisevergütung.

STRAUB: Um genau zu sein von 22 Cent pro Kilowatt. Wenn die Sache schief gelaufen wäre, hätten wir bei unserer Laufzeit von 20 Jahren einen Verlust von einer halben Million Euro hinnehmen müssen. Das hätte natürlich schon geschmerzt.

Schmerzt es auch, dass die Anlage noch nicht am Netz ist?

STRAUB: Im Januar wird bekanntlich nicht so viel Strom produziert, das können wir deshalb gut verschmerzen. Ein Ausfall im Juli wäre schlimmer gewesen.

Was fehlt denn jetzt noch?

STRAUB: Es hängt noch an einer Trafo- und an einer Übergabestation, die wir bereits im September bestellt haben. Die ENBW hat die Lieferung für Ende Januar, Anfang Februar angekündigt.

Mit der Fertigstellung ist es zum Jahresende doch noch recht knapp geworden. Woran lag das?

STRAUB: Zum einen an der Regenperiode Anfang Dezember und zum anderen an einem nicht geplanten Rückbau. Sieben Modul-Reihen mussten im Westen zurückgebaut werden, weil sie zu nahe an den Grünstreifen heranreichten. Das hat uns bei ohnehin straffem Zeitplan wertvolle Tage gekostet.

Still und leise gab es die Abnahme. Wird auch die Inbetriebnahme unter Ausschluss der Öffentlichkeit passieren?

STRAUB: Notgedrungen. Der Spaßfaktor einer Einweihung im Winter ist nicht eben hoch. Wir planen aber ein großes Bürgerfest im Frühjahr, wenn das Wetter besser ist. Das ist mir wichtig, denn die Anlage gehört ja allen Bürgern. Wir denken an Führungen, Musik und Verpflegung. Wir sind wirklich froh, dass es gelungen ist, dieses Mammut-Projekt in dieser kurzen Zeit zu stemmen. Der Einsatz aller Mitarbeiter, allen voran von Bauamtsleiter Christoph Koßbiehl, war enorm.