Elf Grad, bedeckter Himmel, hohes Regenrisiko. Ein Wetter, wie gemacht für einen gemütlichen Fernsehabend oder eine Kneipentour mit Freunden. 70 Hartgesottene trotzen am Samstagabend den nicht gerade sommerlichen Bedingungen und entscheiden sich für eine Alternative: Für den Besuch der Johannisnacht mit Lagerfeuer im Garten des Weißenhorner Claretinerkollegs. "Wir wollen die Kraft des Sommers feiern und mit dem Feuer die Kälte dieser Nacht vertreiben", kündigt Pastoralreferent Franz Snehotta an.

Punkt 21.30 Uhr werden die Gäste von Trommelgruppen der Weißenhorner Musikschule zusammengetrommelt. Während das Feuer immer lauter zu knistern beginnt und für wohlige Wärme sorgt, beginnt Snehotta mit einem ersten geistlichen Impuls. Im Mittelpunkt stehen die vier Elemente "Feuer, Wasser, Erde und Luft". Später geht es inhaltlich um Umbruchzeiten. Als Beispiel führt er den Klimawandel an, der einen großen Umbruch darstelle. "Unsere derzeitige Lebensweise ist nicht zukunftsfähig. Wir müssen uns ändern", appelliert der Seelsorger. Es folgt ein meditativer Gesang, den die beiden Musiker Katja und Micha Böhm aus Ulm anstimmen. Einige Gäste singen mit, andere schließen die Augen oder tanzen ausgelassen ums Feuer. Zum Abschluss des offiziellen Teils steht eine Choreografie zum Lied "Das Rad des Jahres dreht sich" an.

"Wir sind fast jedes Jahr dabei, weil man sich hier gut aus dem Alltag ausklinken und zur Ruhe kommen kann", sagt Iris Bamboschek aus Senden. Zusammen mit ihrem Mann sitzt sie dick eingemummelt auf einer Bierbank. Dann nimmt sich das Paar ein Herz und springt händchenhaltend über die Glut. "Das ist ein festes Ritual für uns", sagt Iris Bamboschek.