Senden CSU spricht sich für Bürgerstiftung aus

Senden / NIKO DIRNER 02.08.2013
Die CSU will das Wir-Gefühl in Senden stärken. Sie regt die Gründung einer unpolitischen und überparteilichen Bürgerstiftung an. Start soll 2015 sein.

Ausflüge für Kinder aus armen Familien, Hilfe für Menschen in Notlagen, ein Bürger- oder ein Jugendprojektpreis - alles, was aus einem städtischen Haushalt nicht zu finanzieren ist, könnte künftig von einer Bürgerstiftung bezahlt werden. Diese Idee hat die Sendener CSU - Stadträte und Bürgermeisterkandidat Raphael Bögge - gestern präsentiert. Die Gründung könnte bereits nächstes Jahr erfolgen, so dass 2015 rechtzeitig zur Stadterhebung von Senden vor 40 Jahren die erste Ausschüttung erfolgen kann.

Bögge betonte, dieser Vorschlag solle kein Wahlkampfthema sein. Vielmehr sei der CSU daran gelegen, eine "soziale Klammer" für Senden zu schaffen, das "Wir-Gefühl" zu stärken. Die neue Organisation solle deshalb unpolitisch und überparteilich sein. Das könnte erreicht werden, indem im Stiftungsrat zwar Bürgermeister und Fraktionschefs vertreten sind, andere aber das Sagen haben: die Pfarrer oder Vertreter von Sozialorganisationen. Eine hohe Identifikation ließe sich erreichen, indem jeder Bürgern zustiften kann, gern auch kleine Beträge.

Starten soll die Stiftung mit einem Grundkapital von 50 000 Euro. Die Hälfe könnte die Stadt beisteuern, meinte CSU-Fraktionsvorsitzender Walter Wörtz. Mit 50 000 Euro lasse sich natürlich noch nicht viel erreichen, aber man hoffe ja darauf, dass die Banken und Unternehmen größere Summen einzahlen.

Stadträtin Claudia Schäfer-Rudolf erläuterte, der Stiftungszweck sollte "möglichst breit" sein, "damit schnell auf aktuelle Themen reagiert werden kann". So gelte es etwa Vereine zu unterstützen, die zunehmend Probleme hätten, Personal zu finden - aber etwa im Ganztagsbereich Gutes geleistet hätten. Lehrer der Lindenhofschule würden vielleicht gegen einen Obolus ihr pädagogisches Knowhow weitergeben. Kollegin Beate Altmann, von Beruf Schulrektorin, ergänzte: Es gebe in Senden viele Kinder aus sozial schwachen Familien, die sich nicht einmal die Hefte leisten könnten. Und vielleicht ließen sich sogar ehrenamtliche Paten finden, die Mädchen und Buben durch die Schulzeit und darüber hinaus begleiten würden. Stadträtin Eva Simon, die auch die Senioren-Union in Senden führt, sagte: Gerade bei einem solchen Patenschaftsmodell würden sich bestimmt auch viele Ältere einbringen. Wörtz ergänzte, es stände Senden gut an, wenn der vor Jahren aus Geldmangel abgeschaffte Kunstpreis wieder ausgelobt würde.

Der Kreisheimatpfleger erinnerte daran, dass es eine lange, leider in Vergessenheit geratene Stiftungs-Tradition gebe. Stifter ermöglichten unter anderem den Bau der Kapelle in Ay oder von Kindergärten, sie legten den Grundstein für die Stadtbücherei. Aktuell gebe es die Friedrich-Notter-Stiftung, die zuletzt rund 12 000 Euro ausgeschüttet hat.

Daran lasse sich anknüpfen, ergänzte Bögge. Jetzt, wo es der Stadt finanziell gut gehe. Er hoffe auf einem breiten Konsens im Stadtrat. Dieses Thema sei zu wichtig, um es als Wahlkampfgetöse abzutun.

Verwirrung um Kandidatur
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