Senden CSU-Chef attackiert

Senden / WILLI BÖHMER 13.08.2013
Jetzt rechnet die CSU-Stadträtin Monika Schwab mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Klaus Hruschka ab. Sie wirft ihm Machtpolitik und schlechten Stil vor. Sie stehe mit diesen Vorwürfen nicht alleine da.

"Es knistert in der Fraktion." Der Sendener CSU-Stadtverbandsvorsitzende Klaus Hruschka bügle abweichende Meinung nieder und informiere die Mitglieder nicht richtig, sagte die CSU-Stadträtin Monika Schwab. Der Stadtverband vertritt die CSU-Ortsverbände Senden und Wullenstetten.

Schwab wirft Hruschka in einem offenen Brief einen Verstoß gegen die CSU-Satzung vor. Er habe den Sendener JU-Vorsitzenden, der Kraft Amtes Mitglied des CSU-Vorstands ist, nicht nur nicht zur Vorstandssitzung eingeladen, sondern ihn des Raumes verwiesen, als er trotzdem auftauchte. Und auch sie als damalige Vorsitzende der Frauen-Union habe keine Einladung erhalten. Sie habe erst aus der Presse von der Sitzung erfahren.

"Verärgert über die falschen und überheblichen Äußerungen von Hruschka", wonach die Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaften nicht alles wissen müssten, habe sie ihm eine Mail geschrieben. "Die Antwort war, ich habe mit Konsequenzen zu rechnen." Ihre Antwort-Mail, dass er gegen Paragraph 14 der CSU-Satzung verstoßen habe, als er sie nicht einlud, sei bis heute nicht beantwortet worden. Als sie ihn bei der Nominierungsveranstaltung des CSU-Bürgermeisterkandidaten Raphael Bögge darauf ansprach, habe er geantwortet: "Kriegste nicht."

"Politik ist Macht", habe der Stadtverbandsvorsitzende bei Bögges Nominierung konstatiert. Nur vor diesem Hintergrund könne sie sich das Verhalten Hruschkas erklären, "das zu tun, was und mit wem es ihm beliebt". Warum würden die Mitglieder nicht über das Ergebnis von Klausurtagungen unterrichtet, geschweige denn eingeladen, wie es früher der Fall gewesen sei? Und was für ein Stil sei das, einem Fraktionsmitglied ohne vorherige Aussprache in der Presse Absichten zu unterstellen, weil sie in sachlichen Diskussionen zeitweise andere Standpunkte vertrat und sich innerparteilich weigerte, Anträge mitzutragen, die letztlich alle gescheitert seien? Schwab: "Erst jetzt erhalte ich ein Angebot zum Klärungsgespräch." Die Art und Weise "ist eines CSU-Vorsitzenden nicht würdig".

Auch die Einbindung von CSU-Mitgliedern in Veranstaltungen sei verbesserungswürdig, kritisierte sie "Veranstaltungen für nach Belieben ausgewählte Kreise". Schließlich sei die CSU laut Programm der Landesleitung eine Mitmachpartei.

Zu Gerüchten, sie werde sich aus der CSU-Fraktion verabschieden und zu den Freien Wählern wechseln, bezog Schwab keine Stellung. Aber sie räumt ein, dass ihr die Streitereien im Stadtrat auf die Nerven gehen. Sie halte den Kurs der CSU-Fraktion für falsch. Es stehe nicht mehr der Wille der Bürger im Vordergrund, sondern es gehe nur noch darum, dagegen zu sein, "nur noch gegen Baiker". Und auch in der Fraktion gehe es oft nur um die bessere Listenplatzierung für die Kommunalwahl. "Ich habe keine Lust, mein Leben nur noch mit diesen Streitereien zu verbringen."

Der CSU-Stadtverbandsvorsitzende war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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