Im Landkreis Neu-Ulm sind Kitas und Schulen von Montag an bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen. Ulm und Alb-Donau-Kreis folgen am Dienstag. Das haben die jeweiligen Landesregierungen so beschlossen.

„Das gilt für alle 19.938 Schüler im Landkreis Neu-Ulm, für jede Schulart, und zwar sowohl für den Unterricht als auch für alle sonstigen schulischen Veranstaltungen“, erläuterte Ansgar Batzner, der Leiter des Neu-Ulmer Schulamts.

Notfallgruppen werden eingerichtet

In den Grund- und Hauptschulen (Klassen 1-6) sowie den städtischen Kindertagesstätten werden in Neu-Ulm Notfallgruppen eingerichtet. In denen werden Kinder betreut, wenn beide Eltern oder Alleinerziehende in für die Infrastruktur kritischen Berufen (Feuerwehr, Polizei, Telekommunikation, Wasser, Energie, Rettungskräfte, ÖPNV etc.) arbeiten.

Die Notgruppe in den Schulen ist von 16. März bis 3. April täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Die Kinder werden von Fachkräften der Mittagsbetreuung betreut, teilt die Stadt Neu-Ulm mit. Ein Mittagessen wird angeboten. Während der Osterferien wird es keine Notgruppe geben. Die Notgruppen in den Kindertagesstätten sind von 16. März 17. April täglich von 7 bis 17 Uhr geöffnet. Auch hier werden Mahlzeiten angeboten.

Keine unterrichtsfreie Zeit

Die Lehrkräfte seien weiterhin im Dienst und gingen in die Schule, führte Batzner aus. Man werde versuchen, den Unterrichtsausfall aufzufangen. Schüler könnten Aufgaben aus Schulbüchern geschickt, Arbeitsblätter sollen nach Hause gemailt werden. Man könne digitale Medien und Plattformen nutzen, Hausaufgaben könnten an der Schule eingeworfen werden. „Es ist keine unterrichtsfreie Zeit“, betonte Batzner. Vor allem solle kein Schüler irgendwelche Nachteile bezüglich Abschlussprüfungen haben, Abiturienten könnten auch telefonisch und per Mail unterstützt werden. Der ÖPNV wird von Montag an im Landkreis Neu-Ulm im Ferienmodus fahren.

In Ulm und im Alb-Donau-Kreis wird ein entsprechender Umgang mit Notfallgruppen und Betreuung vorbereitet.

Wenn Kita und Schulen zumachen, wird das auch gravierende Auswirkungen aufs Arbeitsleben haben. Man werde in der Arbeitswelt „hoch flexibel und individuell schauen müssen, wie das geregelt werden kann“, sagte Freudenberger: von Urlaubnehmen über Home-Office bis zu Kurzarbeit.

Ausbreitung des Virus verlangsamen

Im Umgang mit der Corona-Krise herrsche das „Primat der Fachlichkeit, also der Virologen“, sagte Freudenberger. Politik und Behörden müssten sich danach richten. Relevant sei für ihn, was in Berlin und München entschiede werden – erst danach gehe es in manchen Dingen vor Ort ums eigene Ermessen. Und viele Entscheidungen stünden „tagesaktuell auf dem Prüfstand“. Derzeit gehe es vor allem darum, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Freudenberger spricht angesichts der Corona-Krise von einer „sehr ernsten Lage“ und einer „großen Bewährungsprobe für die gesamte Bevölkerung“. Es gehe darum, den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. „Entschlossenheit im Handeln und Besonnenheit“ seien in der Situation von Nöten, sagte der Landrat. Die Behörden bräuchten dazu auch Verständnis. „Jetzt ist nicht die Zeit von Motzern, Schlaumeiern und Besserwissern. Das geht nicht und ist völlig daneben.“