In Bayern dürfen Patienten in Kliniken seit dem Wochenende wieder Besucher empfangen – unter Auflagen. Auch an der Stiftungsklinik in Weißenhorn und der Donauklinik in Neu-Ulm waren in den vergangenen Tagen schon viele Besucher da, berichtet Edeltraud Braunwarth, Pressesprecherin der Kreisspitalstiftung. „Das lief ganz gut, die Besucher waren geduldig.

Geduld ist für einen Besuch im Krankenhaus auch nötig, denn es gelten strenge Regeln.  Patienten dürfen jeweils einen Angehörigen benennen, der sie besuchen darf. Insgesamt können nur zehn Gäste gleichzeitig die Klinik betreten, deshalb kann es zu Wartezeiten kommen. Die Besuchszeit ist von 13 bis 19 Uhr und die Dauer auf je 15 Minuten beschränkt.

Besucher werden zum Patienten begleitet

Die Besucher werden zunächst zu Krankheitssymptomen und Kontakten mit Covid-19-Patienten befragt. Wird der Zutritt in die Klinik genehmigt, bekommen sie eine Besuchskarte. Mit dieser Methode ist immer klar, wie viele Personen aktuell im Krankenhaus sind. Ein Mitarbeiter begleitet den Gast dann zu dem jeweiligen Patienten und später wieder zurück nach draußen. „Das ist ein relativ aufwändiger Prozess, wie die Besucher ins Haus kommen“, sagt Braunwarth.

Kein Zutritt in die Illertalklinik

Auf der Quarantänestation der Illertalklinik in Illertissen gilt weiterhin ein Zutrittsverbot für Besucher. Hier sind Patienten untergebracht, die nach einem Klinikaufenthalt nicht direkt wieder ins Alten- oder Pflegeheim zurückverlegt werden können. Im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg sind Besuche in Kliniken und Heimen übrigens erst ab dem 18. Mai wieder erlaubt.

Die Kliniken der Kreisspitalstiftung Weißenhorn sind „im Moment ausgelastet“, sagt Braunwarth. „Obwohl es so erscheint, als ob wir viele freie Betten hätten.“ Schließlich können diese Kapazitäten in einem Mehrbettzimmer nicht genutzt werden, sobald es dort einen Corona- oder einen Verdachtsfall gibt.

Aktuell acht Corona-Patienten im Krankenhaus

Aktuell – Stand Montag – liegt in der Donauklinik in Neu-Ulm ein bestätigter Covid-19-Patient, dazu kommen fünf Verdachtsfälle, berichtet Braunwarth. In Weißenhorn gibt es sieben Patienten, bei denen eine Erkrankung nachgewiesen wurde, außerdem vier Verdachtsfälle. Drei der Patienten in Weißenhorn liegen auf der Intensivstation.

Nach wie vor wird das Claretinerkolleg in Weißenhorn als Ausweichsmöglichkeit für Corona-Patienten vorgehalten. Wie lange das der Fall ist, ist noch unklar, berichtet Kerstin Weidner, Pressesprecherin des Landratsamts. Bislang konnten noch alle Corona-Patienten in den Kliniken untergebracht werden, das Claretinerkolleg musste nicht genutzt werden. Braunwarth rechnet derzeit auch nicht damit, dass das nötig wird. „Für eine gewisse Zeit wurden dort Betten deponiert, für den schnellen Bedarf“, sagt die Sprecherin. „Das ist aber augenblicklich nicht mehr der Fall.“

Festakt wird verschoben


Jubiläum Die Spitalstiftung wollte in diesem Jahr eigentlich ihr 550-jähriges Bestehen feiern. Für den 16. Mai war ein Festakt mit Gottesdienst geplant, für den 10. Juni eine Ausstellung zur Stiftungsgeschichte in der Heilig-Geist-Kirche. Wegen der Corona-Krise müssen die Feierlichkeiten verschoben werden – auf unbestimmte Zeit, wie Pressesprecherin Edeltraud Braunwarth mitteilt.