Im Landkreis Neu-Ulm gelten ab Mittwoch, 2. Dezember, verschärfte Corona-Regeln. Hintergrund ist die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die am Dienstag in Kraft getreten ist. Diese sieht eine „Hotspot-Strategie“ vor. Es gelten zusätzliche Maßnahmen, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz eines Landkreises den Wert von 200 beziehungsweise 300 überschreitet. Maßgeblich sind dabei die Zahlen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Neu-Ulm liegt demnach bei 217,5 – Stand Dienstag, 0 Uhr.

Kreis Neu-Ulm: Märkte sind untersagt

Damit gilt folgendes: Märkte zum Warenverkauf – etwa Flohmärkte oder Handwerkermärkte – sind untersagt. Ausgenommen ist der Verkauf von Lebensmitteln auf Wochenmärkten. Auch Präsenzunterricht an Musik- und Fahrschulen ist verboten, digitale Angebote sind aber möglich.  Außerdem ist an allen Schulen ab Jahrgangsstufe acht sicherzustellen, „dass auch im Unterricht zwischen allen Schülern und Lehrkräften ein Mindestabstand von eineinhalb Metern durchgehend eingehalten werden kann“, heißt es vom Landratsamt. Dafür ist insbesondere Wechselunterricht angedacht. Ausgenommen von der Regelung sind Schulen zur sonderpädagogischen Förderung, Abschlussklassen und die Oberstufe an Gymnasien.

Regeln gelten bis auf weiteres

Diese Maßnahmen gelten bis auf weiteres. Das Landratsamt hat die Möglichkeit, sie außer Kraft zu setzen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens sieben Tage in Folge den Wert von 200 unterschreitet. Wird in einem Landkreis der Inzidenzwert von 300 überschritten, muss die Kreisverwaltungsbehörde laut der neuen bayerischen Verordnung weitere Anordnungen treffen. Dazu gehören zum Beispiel Ausgangsbeschränkungen.
Man wisse um die Beeinträchtigungen die mit den Maßnahmen einhergehen, schreibt das Landratsamt. „Im Sinne derer, die schwer oder gar lebensbedrohlich erkranken, bitten wir aber um Vorsicht, Rücksicht und Zusammenhalt in Zeiten, die alle vor enorme Herausforderungen stellen.“ Ein unkontrollierter Anstieg der Infektionszahlen konnte vermieden werden. „Jetzt müssen wir es schaffen, diese wieder zu senken!“

Meldung lief nicht rechtzeitig ein

In den vergangenen Tagen haben die Übersichten auf den Webseiten des RKI und des Landesamts für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit (LGL) oft keine neuen Werte für den Kreis Neu-Ulm angezeigt. Dafür liefert das Landratsamt jetzt eine Erklärung: „Die Meldungen erfolgten zwar, gingen aber nicht rechtzeitig ein.“ Das könne zum Beispiel passieren, wenn mehrere Ämter gleichzeitig kurz vor Meldeschluss versuchen, ihre Zahlen zu melden. Das Neu-Ulmer Landratsamt werde deshalb künftig verstärkt darauf achten, die Meldungen frühzeitiger weiterzugeben und den rechtzeitigen Eingang zu prüfen. „Damit die Zahlen auf den offiziellen Plattformen regelmäßig aktualisiert werden können.“
Im Alb-Donau-Kreis liegt die Sieben-Tage-Inzidenz – Stand Dienstagnachmittag – bei 102, im Stadtkreis Ulm bei 179.