Integration Chance auf ein besseres Leben

Basir Sediqi darf seine Stelle in Blaustein antreten
Basir Sediqi darf seine Stelle in Blaustein antreten © Foto: . Foto: Freundeskreis
Elchingen / Barbara Hinzpeter 25.09.2018

„Ich bin überglücklich und sehr, sehr dankbar“, sagte Basir Sediqi, der die gute Nachricht kaum fassen konnte. Das bayerische Innenministerium hat jetzt entschieden: Der 24-Jährige, der seit 2015 in der Asylunterkunft in Unterelchingen lebt, darf eine Ausbildung zum Hotelfachmann in Blaustein absolvieren. Das teilte ihm Beate Merk mit.

Die Neu-Ulmer CSU-Landtagsabgeordnete hatte sich dafür eingesetzt, dass sich das bayerische Innenministerium mit den Fall beschäftigte (wir berichteten).  Allerdings müssten noch die Behörden im benachbarten Bundesland dem Umzug nach Ulm zustimmen, sagte Merk. Sie werde auch diesen Prozess begleiten. Bisher liege in Ulm von bayerischer Seite noch kein Antrag auf „Umverteilung“ vor, lautete gestern  die Auskunft bei der Ausländerbehörde der Stadt.

Die Mitglieder des Elchinger Freundeskreises Asyl und der Ulmer Verein „Menschlichkeit“ hoffen, dass auch diese Hürde genommen wird. Die beiden Helferkreise und Michael Leibinger, Chef von Basir Sediqis Ausbildungsbetrieb „Hotel Klingenstein“, hatten in den vergangenen Wochen zahlreiche Briefe an Politiker und Behörden geschrieben.

„Menschlichkeit“ hatte eine Online-Petition gestartet, die laut der stellvertretenden Vorsitzenden Elena Flügel eine „überwältigende Resonanz“ erfuhr: Rund 49 000 Menschen unterzeichneten das Schreiben an den bayerischen Landtag, Innenminister Joachim Herrmann und Ministerpräsident Markus Söder. Etliche Politiker der Region, darunter Hilde Mattheis und Karl-Heinz Brunner (SPD) sowie Ronja Kemmer (CDU) und Ekin Deligöz (Grüne) hatten sich dafür ausgesprochen, dass Basir Sediqi die Ausbildung absolvieren darf. Zahlreiche Medien berichteten.

Hinter den ehrenamtlichen Aktiven liegen Wochen intensiver Arbeit, die „durchaus nervenaufreibend, zeitaufwendig und anstrengend war“, sagte Birgit Möller. „Aber es ist ein tolles Gefühl, dass wir im Fall Basir Erfolg gehabt und Einiges in Bewegung gesetzt haben.“ Wie berichtet, war Basir Sediqi für den Flug am 3. Juli vorgesehen gewesen, mit dem 69 Afghanen nach Kabul abgeschoben wurden. 51 von ihnen kamen aus Bayern, fünf davon waren Straftäter.

Beate Merk setzte sich nicht nur für Basir Sediqi ein, sondern auch für einen jungen Afghanen, der eine Bäckerlehre in Neu-Ulm machen möchte. Die Ausländerbehörden sollten ihrer Meinung nach einen Spielraum bekommen, um die Anträge differenziert betrachten zu können.

Wer sich wie Basir Sediqi anstrenge, integriere und engagiere, solle auch eine Chance bekommen.

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