Bildung Carolin Gehring wird VHS-Geschäftsführerin

Im Illertisser Rathaus hat sich die neue Geschäftsführerin gestern vorgestellt. Von links: Dieter Rösch, Carolin Gehring und Jürgen Eisen, Bürgermeister und Erster Vorsitzender der VHS.
Im Illertisser Rathaus hat sich die neue Geschäftsführerin gestern vorgestellt. Von links: Dieter Rösch, Carolin Gehring und Jürgen Eisen, Bürgermeister und Erster Vorsitzender der VHS. © Foto: Bianca Frieß
Illertissen / Bianca Frieß 07.07.2018

Einerseits möchte Carolin Gehring „das Bewährte weiterführen“ – andererseits auch auf die aktuelle Zeit und neue Ansprüche reagieren. Als Beispiel nennt sie den demographischen Wandel. „Es gibt immer mehr ältere Leute und Pflegebedürftige“, sagt sie. „Ich möchte, dass wir die Kindergeneration bedienen können, die sich mit Pflege beschäftigen muss.“

Gehring ist die neue Geschäftsführerin der VHS im Landkreis Neu-Ulm. Im Januar kommenden Jahres tritt sie die Stelle offiziell an, wird aber ab Oktober schon zeitweise für die Volkshochschule arbeiten. Ihr Vorgänger Dieter Rösch geht am 1. Mai 2019 nach rund 30 Jahren in den Ruhestand.

Fokus aufs Digitale

Die 29-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Sontheim im Unterallgäu. Ursprünglich kommt sie aus Augsburg, hat dort auch studiert: Realschullehramt für Deutsch und Mathe. Beim Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer hat sie dann im organisatorischen Bereich für den Studiengang Unternehmensführung gearbeitet. „Da habe ich den ersten Kontakt mit der Organisation und den Hintergründen der Erwachsenenbildung bekommen“, erzählt sie. „Das hat mich sehr gereizt, darum habe ich mich von der Realschule verabschiedet.“ Das Thema hat sie während ihres Masterstudiums weiter verfolgt.

Momentan arbeitet die 29-Jährige am „Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik“ der Uni Bayreuth. Dort koordiniert sie verschiedene Fortbildungen und Bildungs-Projekte, etwa ein EU-Projekt zum Thema Mathematikunterricht. Außerdem befasst sie sich mit dem Lernen mit digitalen Medien. „Ich bin auch sehr auf die digitale Schiene fokussiert“, sagt Gehring – auch das möchte sie bei ihrem neuen Job bei der VHS einbringen.

Dieter Rösch hinterlässt ihr eine Volkshochschule, die „gut aufgestellt ist“, wie er sagt. Dank den Deutschkursen, die seit zwei Jahren mit einem Partner angeboten werden, ist die VHS seit 2015 um mehr als 50 Prozent gewachsen. Im vergangenen Jahr konnten die Zahlen weitestgehend gehalten werden: Es gab rund 1200 einzelne Veranstaltungen und 14 000 Doppelstunden. Auch finanziell lief das Jahr 2017 gut, berichtet Rösch. Nach dem Defizit 2016 wurde ein Überschuss von knapp 20 000 Euro erzielt.

Trotzdem gibt es einige Baustellen: „Uns gehen die Räume aus“, sagt der Geschäftsführer. Die Volkshochschule brauche landkreisweit im Jahr 10 000 Mal einen Raum. Auch bei den Kursleitern gibt es Probleme. Momentan gibt es zwar rund 200. „Aber neue zu finden, ist schwierig“, berichtet Rösch. Außerdem müsse sich die VHS dank des demographischen Wandels in Zukunft verstärkt auf die Altersgruppe der über 50-Jährigen konzentrieren. „Der klassische VHS-Besucher ist eine Frau und über 50.“

Gehring nickt, sie will diese Aufgaben künftig angehen. „Ich freue mich auf die neue Arbeit.“

VHS wurde neu zertifiziert

Siegel Die VHS im Landkreis Neu-Ulm wurde von der „European Foundation for Quality Management“ (EFQM), einer europäischen Qualitätsmanagement-Organisation, mit dem Siegel „Committed to excellence“ ausgezeichnet. „Das machen wir seit zehn Jahren, wir haben jetzt die dritte Stufe gemacht“, erklärt Geschäftsführer Dieter Rösch. „Da sind wir wirklich stolz drauf.“

Projekte Überprüft werden die Organisation, das Management, die Strukturen und die Nachhaltigkeit. Für die Zertifizierung ausschlaggebend waren drei Projekte: Die Ausbildung von Integrationsmentoren, das Projekt „Papierloses Büro“ und die Schnittstellenoptimierung, bei der alle Projekte der VHS durchleuchtet wurden.

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