Weißenhorn Bürgermeister zum Bahnhofsumbau Weißenhorn: "Jetzt darf nichts mehr passieren"

Sorgt sich um die Einhaltung des Zeitplans beim Bahnhofsumbau: Bürgermeister Wolfgang Fendt.
Sorgt sich um die Einhaltung des Zeitplans beim Bahnhofsumbau: Bürgermeister Wolfgang Fendt. © Foto: Volkmar Könneke
Weißenhorn / CARSTEN MUTH 02.07.2013
In Weißenhorn sind Zweifel an der rechtzeitigen Fertigstellung des Bahnhofsumbaus aufgekommen. Bürgermeister Fendt räumt Verzögerungen ein, kritisiert die Bank-Pläne und kündigt „eine Punktlandung“ an.

Die Zeit drängt, der Countdown läuft. Ende des Jahres sollen auf der Bahnstrecke zwischen Weißenhorn und Senden wieder Personenzüge rollen. „Ein Jahrhundertprojekt für unsere Stadt“, werden die Stadtoberen nicht müde zu betonen. Bis dahin soll auch der Bahnhof in der Fuggerstadt umgebaut, zudem der Busbahnhof von der Illerberger Straße an den Bahnhof in der Herzog-Georg-Straße verlegt werden. Nun sind im Stadtrat erstmals Zweifel aufgekommen, ob sich der anvisierte Termin tatsächlich einhalten lässt. Bürgermeister Wolfgang Fendt bestätigt eine entsprechende Anfrage von SPD-Fraktionschef Herbert Richter. Ja, die Arbeiten seien in Verzug geraten, die Pläne alles in allem auf Kante genäht, heißt es. Und: „Jetzt darf nichts mehr passieren“, betont der Rathauschef. Noch gebe es keinen Anlass zur Panik. „Es wird eine Punktlandung“, kündigt Bürgermeister Fendt an.

Wer ist verantwortlich?
Die Stadt ist ohne eigenes Verschulden in Zeitnöte geraten, sagt Bürgermeister Fendt. Er kritisiert in dem Zusammenhang die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn. Deren Intervention habe im Frühjahr zu erheblichen Verzögerungen geführt. „Das hat uns viel Zeit gekostet und uns ziemlich in die Bredouille gebracht. Das muss man ganz klar so sagen“, betont Fendt.

Die VR-Bank-Pläne:
Im vergangenen März hatte das Kreditinstitut, dessen Zentrale sich in Sichtweite des Bahnhofs befindet, mit einem eigenen Vorschlag zur Neugestaltung des Bahnhofsareals überrascht. Der von einigen Stadträten anfangs bejubelte Vorschlag sah unter anderem den Abriss des Bahnhofsgebäudes und die Schließung des Bahnübergangs am Eisenbahnweiher vor. Zudem sprach sich die Bank für den Bau von Fußgänger-Unterführungen und eines Kreisverkehrs an der Bahnhofskreuzung aus. Nur so könne ein Verkehrschaos in dem Bereich verhindert werden. Wochenlang wurde über den Vorstoß der VR-Bank diskutiert. Ein Votum des Stadtrats besiegelte dann das Ende der Diskussion. Das Gremium schmetterte den Bank-Vorschlag einstimmig ab. Rechtlich bedenklich, nicht überzeugend, zu teuer seien die Pläne der Bank, hieß es zur Begründung im Rat.

Die Pläne der Stadt:
Nach der Entscheidung im Stadtrat war klar: Nun werden die Pläne der Verwaltung verwirklicht. Das heißt: Der Busbahnhof wird an den Bahnhof in der Herzog-Georg-Straße verlegt. Am Busbahnhof entstehen nahe der Bahnsteige acht Halteplätze für Omnibusse. Die Kreuzung vor dem Bahnhof erhält eine Ampelanlage, das Bahnhofsgebäude bleibt ebenso erhalten wie der Bahnübergang im Bereich Am Eisenbahnweiher/Herzog-Georg-Straße, der wiederum mit einer elektronischen Signalanlage bestückt wird. Zudem werden gut 100 Park&Ride-Plätze geschaffen.

So geht’s weiter:
Am und rund um den Bahnhof wird seit Wochen intensiv gearbeitet. Vor zwei Wochen fand in Weißenhorn der symbolische Spatenstich für den Streckenausbau statt, in den die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm rund zehn Millionen Euro pumpen. Die Strecke zwischen der Fuggerstadt und Senden, auf der in den vergangenen 40 Jahren nur Güterzüge verkehrten, ist bis September voll gesperrt. Den exakten „Terminablauf“ für die kommenden Wochen will die Weißenhorner Verwaltung in der kommenden Stadtratssitzung am 22. Juli vorstellen. Das Ziel: Am 15. Dezember soll der Bahnhofsumbau fertig sein, der erste Personenzug dann von Weißenhorn nach Ulm fahren.

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