Illertissen Bürgermeister Eisen blickt voraus

Illertissen / Beate Reuter-Manz 14.01.2019

Das Feuerwehrhaus ist in Illertissen das größte Projekt in diesem Jahr, mit zehn Millionen Euro an Baukosten. Geplant worden ist es vom Ulmer Büro Braunger Wörz, vorgesehen ist eine Holzfassade und eine Flamme als erkennbares Zeichen am Gebäude. Wie Bürgermeister Jürgen Eisen im Vorausblick für unsere Zeitung konstatiert, stehen auch wieder bedeutende Straßenbauprojekte in der Innenstadt und den Ortsteilen (Dorfstraße Au) an, und der Bau eines Kindergartens in der Mozartstraße – „wir hoffen hier zuverlässige Unternehmen für die Baudurchführungen zu finden“, sagt Eisen mit Blick auf die nach wie vor hohe Auslastung der Handwerksbetriebe.

Eines der größten privaten Bauvorhaben heuer wird das betreute „Wohnen im Rosengarten“ der Caritas Illertissen sein. Jürgen Eisen: „Und ein weiteres Projekt für betreutes Wohnen kann vielleicht auch am alten TSV-Gelände entstehen – mit Erhalt der alten Jahnhalle, was mich sehr freuen würde.“ Gerade hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung „ist es für uns als Kommune sehr wichtig, ansprechende Wohnmöglichkeiten im Stadtkern für unsere älteren Mitmenschen bereitstellen zu können.“

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Illertissen bereits vieles umgesetzt oder auf den Weg gebracht, was das Stadtbild nachhaltig verändert, die Infrastruktur verbessert und die Lebensqualität erhöht, sagt Eisen. „Exemplarisch möchte ich hier auf den gelungenen Um- und Erweiterungsbau der Aussegnungshalle in Illertissen und Tiefenbach verweisen, oder beispielsweise auf den ersten Teilabschnitt der Vöhlinstraße, oder mit der Dorferneuerung das große Projekt Bayernstraße in Jedesheim. Aber auch dank Investitionen von Unternehmern, Kirchen, Vereinen und durch private Bauherren hat sich unser Stadtbild und Freizeitangebot weiter positiv entwickelt“, freut sich Eisen.

Für das angelaufene Jahr wünscht sich Jürgen Eisen, „dass es unserem Landrat Thorsten Freudenberger beziehungsweise dem Landkreis gelingt, für den gesamten Landkreis Neu-Ulm eine zufriedenstellende Gesundheitsversorgung auf den Weg zu bringen, in der sich auch die Bevölkerung des südlichen Landkreis wiederfindet“. Auch, dass das Hallenneubauprojekt des TSV Illertissen erfolgreich umgesetzt werden kann und der DAV mit dem neuen Kletterturm „viele Menschen in der Region begeistern wird“, nennt Eisen als Wünsche, die nicht in der Hand seiner eigenen Verwaltung liegen.

Sein persönlicher Neujahrsvorsatz laute: „Sich Zeit für die Familie und Freunde zu nehmen, ist immer ein Ziel, was gesetzt ist.“ Für die Verwaltung der Stadt hofft er, dass sich für die Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen, engagiertes und gut ausgebildetes Personal finden wird.

Und Momente in diesem Jahr, die das Leben in Illertissen lebenswert machen? „Ich freue mich auf das Illermusik-Festival im Sommer, Musik auf dem Marktplatz mit der Veranstaltungsreihe ,Live im Sperrbezirk’, die Musiknacht“, zählt Jürgen Eisen auf. Zudem Märkte wie etwa „Kraut und Rüben“ sowie das erste Synergie-Festival „und die bunte Vielfalt an Veranstaltungen von Kultur und Sport, die unsere 170 Vereine jedes Jahr auf die Beine stellen“. Dazu will Eisen auch den Benefiz-Stadtlauf „RunBikeRock“ am 26. Mai nennen, der „sicher wieder eine herausragende Veranstaltung“ wird, welche bei den Helfern, Vereinen und Teilnehmern einen „hohen Wert an Gemeinschaftsgefühl erzeugt“. Mit der Städtepartnerstadt Elbogen/Loket feiert Illertissen dann im September das 20-jährige Bestehen des Bündnisses.

Neubau des Kollegs

Eines der wichtigsten Zukunftsprojekte in den kommenden Jahren wird Jürgen Eisen zufolge die Sanierung beziehungsweise der Neubau des Kollegs der Schulbrüder und der Johannes-von-La-Salle-Realschule sein: „Beide Schulen werden hervorragend angenommen, und das Kolleg der Schulbrüder erfreut sich gerade eines sensationellen Schülerzuwachses.“

Auch die Schaffung von Wohnraum gerade für junge Menschen aus Illertissen, die von zu Hause ausziehen und dafür die ersten eigenen vier Wände benötigen, müsse Unterstützung finden, meint der Bürgermeister: „Menschen und Bürger bringen mit Investitionen und ehrenamtlicher Tätigkeit eine Stadt weiter, diese Gemeinschaft und den Zusammenhalt zu stärken, und ehrenamtliche Tätige zu unterstützen, ist mein Ziel.“

Neue Positionierung gegen Schachtkraftwerk

Kontrovers „Ich würde mich freuen, wenn es der Bund Naturschutz schafft, das geplante Schachtkraftwerk an der Iller doch noch zu verhindern“, sagt Jürgen Eisen, „da die Iller in Zukunft wohl eines der wichtigsten Naherholungsgebiete für die Bevölkerung im Illertal darstellen kann, vor allem wenn das 70 Millionen Projekt ,Agile Iller’ mit der Renaturierung der Iller umgesetzt werden kann.“ Hierzu würde das Schachtkraftwerk in der Iller kontraproduktiv sein, sagt Eisen.

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