Straßenbau Bürger fordern: Beim A 8-Ausbau Versäumtes nachholen

Elchingen / Thomas Vogel und Michael Janjanin 12.03.2018
Die Bürgerinitiative für Lärmschutz sucht politische Verbündete für ihre Forderungen im Zuge des Ausbaus der A 8.

Die Lärmschutzplanung für den sechsspurigen Ausbau der A 8 bei Elchingen werde die Belastung nochmals verschlimmern – so lautet der Standpunkt der Bürgerinitiative in Elchingen, die jetzt um weitere Verbündete wirbt.  Deren Anliegen ist für die Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Grüne) unterstützenswert. „Lärm ist ein Problem.“ Um Änderungen an den Plänen durchzusetzen, müsse die Bevölkerung dies klar signalisieren. Konkret schlug sie im Gespräch mit BI-Vertretern die Einberufung von Bürgerversammlungen vor, „wozu Sie dann die zuständigen Leute einladen“, ferner Briefe an die zuständigen Landes- und Bundesminister. „Konfrontieren Sie diese mit ihren Wünschen.“ Sie werde ebenfalls die Initiative ergreifen.

Die Autobahndirektion neige zu kostengünstigen Lösungen, erklärte Deligöz, also etwa den Einbau von Schallschutzfenstern bei Gebäuden nahe der Autobahn. Die BI aber will eine etwa zehn Meter hohe Lärmschutzwand durchsetzen und lehnt einen  Erdwall ab. Dieser sei weniger effektiv und verschlinge zu viel Fläche. Ob eine Wand optisch passabler wäre, dazu wollte sich Deligöz nicht festlegen. Sie brachte Tempo 120 auf diesem Abschnitt als weitere Forderung ins Spiel. Wenn schon Straßen neu- oder ausgebaut würden, dann „gehören Maßnahmen für den Lärmschutz einfach dazu“, so ihre Forderung. Der A8-Ausbau biete jetzt die einmalige Chance, Versäumtes nachzuholen.

BI-Vorstandsmitglied Andreas Mayr sprach weitere strittige Punkte an. Der geplante Ausbau des Parkplatzes zwischen Ober­elchingen und Seligweiler werde dessen Größe verzwölffachen. Und wenn die Senke bei Thalfingen wirklich um fünf Meter aufgefüllt werde, „dann wird die Autobahn mitsamt der neuen Spuren dort künftig drei Mal so breit sein wie heute“. Reinhold Steck sprach an, dass der Bau der Autobahnen in den 1970er Jahren auch im besonders betroffenen Unterelchingen auf keinerlei Widerstand gestoßen sei, im Gegenteil. „An Lärm hatte da niemand gedacht, die gute Anbindung war vielfach begrüßt worden.“ Der Lärm habe seither stark zugenommen, „und jetzt ist die Gelegenheit da, das abzustellen“.

Gut 40 Teilnehmer gab es auch an einer Aktion kürzlich bei Schnee und Kälte: Die Freien Wähler Elchingen hatten zu einer Wanderung  entlang des Ausbauverlaufs auf Elchinger Gemarkung eingeladen. Unter den Teilnehmern: der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl, der Kreisvorsitzende der Freien Wähler im Landkreis Neu-Ulm, Wolfgang Schrapp, sowie Bürgermeister Joachim Eisenkolb. In der Diskussion betonten die Bürger, dass Elchingen ohnehin durch seine Lage zwischen Donau und dem Anstieg zur Schwäbischen Alb über wenig freie Fläche verfüge.

60 Lkw-Parkplätze

Auch bei der Wanderung ging es um den Parkplatz, dessen Ausmaße das FWE-Team planungskonform mit Messpfählen abgesteckt hatte, sodass „die enorme Erweiterung auf 60 Lkw-Plätze sehr gut wahrgenommen werden konnte“, teilen die Freien Wähler mit. Dieser entstehe in unmittelbarer Nähe zu den vorhandenen großen Lkw-Parkplätzen am Autohof Ulm Ost und Leipheim sowie eines unmittelbar benachbarten Autobahnkreuzes. Die Trassenerhöhung zwischen der Anschlussstelle Ulm Ost und dem Leileweg  bleibe laut Planung lärmtechnisch ungeschützt.

Der Landtagsabgeordnete Pohl sagte zu, die bislang ungelösten Probleme an die Behörden heranzutragen. Zwar stehe die Notwendigkeit des Autobahnausbaus außer Frage, es könne dennoch nicht sein, dass eine falsche Planung die Elchinger Einwohner zusätzlich belaste.

Entwicklung bis 2035 berücksichtigen

Verkehr Unerlässlich sei es, die Lärmberechnungen nicht nur von der A 8 abzuleiten, sondern dem Sonderstatus des Autobahn-Kreuzungsbereiches entsprechend auch die Lärmwerte der A 7 in die Berechnungen mit einzubeziehen, fordern die Elchinger. Ebenso: für die  Lärmwertermittlungen das Verkehrsaufkommen auf Jahr 2035 bezogen zugrunde zu legen. Die jetzt eingeplante „Lärmsteigerungs-Reserve“ beziehe sich nur auf das bis zum Jahr 2030 zu erwartende Verkehrsaufkommen und berücksichtige so in keiner Weise die tatsächliche Verkehrszunahme über diesen Zeitpunkt hinaus verlässlich.

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