Initiative Charme-Offensive gegen Nuxit

Weißenhorn/Kreis Neu-Ulm / Von Carsten Muth  12.01.2018

In Weißenhorn regt sich Widerstand gegen den Nuxit, den geplanten Austritt der Stadt Neu-Ulm aus dem gleichnamigen Landkreis. In der Fuggerstadt hat sich in den vergangenen Tagen ein überparteiliches Bündnis formiert, das die Bürger für das Thema sensibilisieren möchte. „Nachdem die Pläne der Stadt Neu-Ulm bekannt geworden sind, ist es überraschend ruhig geblieben“, sagte Ulrich Hofmann gestern bei einer Pressekonferenz im Bistro „Endstation“ am Weißenhorner Bahnhof.

Hoffmann ist ÖDP-Stadtrat in Weißenhorn, Vorsitzender des Weißenhorner Museumsvereins und einer der Initiatoren. Hoffmanns Mitstreiter sind Jürgen Bischof, Vorsitzender des TSV Weißenhorn und Freie-Wähler-Kreisrat, sowie Michael Zimmermann, FDP-Chef im Kreis Neu-Ulm.

Die drei Weißenhorner wissen, dass der Landkreis kein Vetorecht hat, kein Mandat besitzt, den Nuxit zu verhindern, sollte die Stadt Neu-Ulm tatsächlich einen Antrag auf Kreisfreiheit stellen und die bayerische Staatsregierung grünes Licht dafür geben. Den Kopf in den Sand stecken wollen Bischof, Hoffmann und Zimmermann nicht, sondern eine „Charme-Offensive“ starten, bei Stadträten und Bürgern in Neu-Ulm dafür werben, dass die Stadt Teil des Landkreises bleibt.

Die Initiative trifft sich am Donnerstag, 1. Februar, 19 Uhr, in der Pizzaria Santa Lucia in der Schulstraße in Weißenhorn. Dann sollen die weiteren Schritte besprochen werden, Interessierte sind willkommen. „Für unsere Charme-Offensive brauchen wir gute Leute mit guten Ideen“, sagte Jürgen Bischof. Er kann sich etwa vorstellen, dass Musiker oder Künstler aus dem Landkreis Konzerte in Neu-Ulm geben, Aktionen dort machen und auf diese Weise die Werbetrommel für die Kreiseinheit rühren. Der Freie-Wähler-Kreisrat selbst hat sich schon mal künstlerisch betätigt und auf die Schnelle ein Logo für die Initiative entworfen. „Wir gehören zusammen. Starke Stadt im starken Landkreis“, steht darauf. Den Schriftzug Neu-Ulm umrahmt ein Herz.

Stadt und Kreis gehören auch für Ullrich Hoffmann zusammen. Für ihn sind die Argumente der Nuxit-Befürworter in Neu-Ulm „aus der Zeit gefallen“. Er findet: „Wir sollten der Logik des Miteinanders folgen, statt das Trennende zu kultivieren.“ Sollte die Stadt austreten, kündige sie dem Restlandkreis die Solidarität auf. Für Michael Zimmermann ist der Landkreis ein Erfolgsmodell, von dem auch die Stadt Neu-Ulm profitiert hat. Deshalb mache ein Nuxit keinen Sinn.

Das Rad zurückdrehen?

Stimmt, sagte Jürgen Bischof. Er fügte hinzu: „Ich glaube nicht, dass die Stadt alleine besser fährt.“ Ein Austritt habe massive Folgen für die Menschen. So steige als Folge die Pro-Kopf-Verschuldung im verbleibenden Landkreis, die Zukunft der Kreis-Kliniken und einiger Schulen sei dann ungewiss.

„Wir müssen den Bürgern sagen, was der Nuxit bedeutet“, sagte Bischof. Die Stadt Neu-Ulm sei vor gut 45 Jahren dem Kreis zugeschlagen worden. Diese Entscheidung habe sich als richtig erwiesen. „Wir sollten das Rad nicht zurückdrehen.“

Unterstützung für Bürgerentscheid

Beteiligung  Die Weißenhorner Initiatoren stehen eigenen Angaben zufolge in engem Kontakt zu dem Bündnis „Nuxit – So geht’s net“ in Neu-UIlm, das ebenfalls die Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm verhindern will und die Bürger an der Entscheidung teilhaben lassen möchte, einen Bürgerentscheid anstrebt.

Unterschriften Das Neu-Ulmer Bündnis muss 2600 Unterschriften in der Stadt sammeln, um den Weg für einen Bürgerentscheid zu ebnen. 

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