Der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge (CSU), dem der gesamte Stadtrat am Freitag das Misstrauen ausgesprochen hat (wir berichteten), wird bei der Kommunalwahl 2020 als unabhängiger Kandidat erneut kandidieren. Das sagte der 39-Jährige gestern beim städtischen Neujahrsempfang im Bürgerhaus.

Bögge verwies auf die Leistungen seit seinem Amtsantritt im Mai 2014. Beispielhaft nannte er die neu gegründete Wohnungsbaugesellschaft, die eingeführten Akzeptanzstellen für die Ehrenamtskarte, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept. Er führte auch die Modernisierung des Bahnhofes samt Steg über Gleise an. Jenes Projekt also, das nach allem was aus dem Stadtrat zu hören ist, eben nicht er vorangebracht hat. Es gehe ja nicht darum, „wer Vater oder Mutter eine Geschichte ist“, meinte Bögge, „sondern es geht darum, dass man die Ziele gemeinsam umsetzt“.

Er blickte auch voraus auf die heuer geplanten, lange vordiskutierten Vorhaben: Bau einer Aula an der Grundschule Wullenstetten, Bau eines Groß-Kindergartens auf dem Webereigelände, Umbau der Kreuzung NU 3/Berliner Straße. Auch darüber hinaus gebe es noch viel zu tun: etwa die Entwicklung des Webrereigeländes, einen besseren Anschluss des Nordens an die Innenstadt, die Lösung des Verkehrsproblems auf der Kemptener Straße.

Und das gehe am besten mit ihm: „Ich glaube, dass auf einem solchen Weg Kontinuität ein ganz wichtiger Wert ist. Eine Kontinuität des Weitermachens und des Weiterentwickelns. Und eine Kontinuität an der Stadtspitze.“

Er habe für eine erneute Kandidatur viel Zuspruch aus der „Stadtgesellschaft“ bekommen. Bewusst werde er ohne Partei antreten: „Ich bin mir sicher, dass man die Zukunft einer Kommune, die Zukunft von Senden nicht in Parteikategorien denken kann. Es geht nicht um eine parteipolitische Wahrheit, es geht um die besten Konzepte für diese Stadt.“

Bögge schloss mit den Worten: „Ich bin nicht in Senden geboren. Aber Senden ist mir in den letzten Jahren ans Herz gewachsen. Für mich ist Senden Heimat geworden.“