Bis zu vier Meter hoch und am Fuß elf Meter breit. Das sind die Maße des Lärmschutzwalls, der die künftigen Bewohner des Neubaugebiets "Obere Mühlau" in Unterelchingen vom Verkehrslärm der angrenzenden Staatsstraße 2021 schützen soll. Ein wirksamer Lärmschutz sei eine "zwingende Voraussetzung" dafür, dass im Gebiet zwischen der Straße "Am Seegraben" und der Staatsstraße Wohnbebauung entstehen kann, sagte Stadtplaner Erwin Zint im Elchinger Gemeinderat. "Normales Wohnen ist dort sonst nicht möglich". Das Büro Zint hat einen Rahmenplan für das rund vier Hektar große Gelände entworfen.

Der Plan sieht vor, 47 Einfamilienhäuser und 3 Doppelhäuser in der "Oberen Mühlau" zu bauen, erklärte Zint. Die Grundstücksgrößen für die Einfamilienhäuser bewegen sich zwischen 420 und 670 Quadratmetern. Die meisten Bauplätze sind überschaubar bemessen. Und das ist auch so gewollt, hieß es in der Sitzung. Das neue Baugebiet hinter dem Lärmschutzwall an der Staatsstraße soll vor allem auch eins sein: für ganz normale Familien bezahlbar. Erschlossen wird die "Obere Mühlau" über eine Ringstraße vom Seegraben aus sowie über Stichstraßen innerhalb des Gebiets. Damit nicht am Ende jeder Stichstraße Wendemöglichkeiten zusätzlich Platz verbrauchen, soll es Sammelstellen für Mülltonnen gegeben, erklärte Zint. Damit am Abfuhrtag die Müllwagen nicht jedes Haus einzeln abklappern müssen.

Der südliche Bereich, wo auch die Doppelhäuser stehen werden, bleibt als Mischgebiet erhalten, der Rest wird in ein reines Wohngebiet umgewidmet. Dort ist auch ein Spielplatz vorgesehen.

Um mit dem knappen Platz im dicht bebauten Gebiet sparsam zu haushalten, werden die Hausbesitzer, deren Grundstück an den Lärmschutzwall grenzen, auch für dessen Pflege zuständig sein. So muss die Gemeinde an der Innenseite keinen Pflegeweg anlegen. Bei der Planung habe er sich auch ganz bewusst gegen eine Lärmschutzwand entschieden. Im Vergleich zu einem Wall sei diese "um den Faktor zwei bis drei" teurer, sagte Zint.

Die Räte zeigten sich quer durch die politischen Lager von der Vorstellung des Büros Zint angetan. Einstimmig wurde beschlossen, dass als nächster Schritt ein Bebauungsplan entworfen wird.

Und noch ein weiterer Punkt einte die Räte: der Kostenfaktor. Weil die Bauplätze für junge Elchinger Familien erschwinglich sein sollen, soll die Gemeinde auch die Vermarktung übernehmen. Offenbar hat die Preisgestaltung der Ulmer Firma Casa Nova, die das Baugebiet "An der Eichenstraße" in Thalfingen in Eigenregie entwickelt hat, bei einigen Räten einen schalen Beigeschmack hinterlassen.