Altenstadt Bevor in Altenstadt Obdachlosigkeit droht

PETRA AST 06.04.2013
Altenstadt beteiligt sich an der Finanzierung einer Präventionsstelle für Wohnraumerhalt. Das hat der Marktgemeinderat einstimmig beschlossen.

Altenstadt reiht sich ein in das Gros der Städte und Gemeinden im Landkreis Neu-Ulm, die das vom Bayerischen Sozialministerium angestoßene, für ein Jahr bezuschusste Projekt ab 2014 weiter führen und mit einer Vollzeitstelle finanzieren wollen. Dieses Jahr finanziert der Landkreis über Städte und Gemeinden eine 50-Prozent-Stelle für Wohnraumerhaltung. Das hatten die Bürgermeister im vergangenen Herbst beschlossen.

Wie die Finanzierung über 2013 hinaus aussehen könnte, sei derzeit unklar, sagte Erwin Thoma vom zuständigen Caritasverband Günzburg/Neu-Ulm in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates. Umso deutlicher fiel das Plädoyer von Thoma und der für die Beratungsstelle zuständigen Susanne Deininger aus, das Projekt Wohnraumprävention weiter zu unterstützen. Grund: Immer häufiger fehlt bezahlbarer Wohnraum - in Neu-Ulm, aber auch im Landkreis. Für Menschen in sozialen Notlagen, sagte Deiniger, wachse die Gefahr, ihre Miete nicht mehr bezahlen zu können. Im schlimmsten Fall droht die Obdachlosigkeit.

Die Situation dürfte sich laut den Diakonie-Mitarbeitern verschärfen, da Neu-Ulm und sein Umland eine Zuzugsregion seien. Menschen in prekären Lebenslagen seien erheblich gefährdet. Besonders betroffen: Beschäftigte im Niedriglohnsektor, Alleinerziehende und Arbeitslose.

"Sozialpolitische Fehlentscheidungen bei Hartz IV, wie die Sanktionierung bei den Kosten für die Unterkunft, forcieren die Gefahr, die Wohnung zu verlieren", erläuterte Sozialwirtin Deiniger, die das Projekt des Sozialministeriums 2012 federführend betreute. "Sind die Menschen erst mal aus ihren Wohnungen draußen und auf der Straße, kostet das die Kommunen sieben Mal mehr als der Erhalt der Wohnung", erklärte Thoma. Er berief sich dabei auf eine Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.

Weil bezahlbare Wohnungen in den nächsten Jahren knapp bleiben dürften, sei es unabdingbar, in Not geratene Menschen zu beraten und vor dem Verlust ihrer Wohnungen zu schützen. Geht es nach dem Diakonieverband, sind hierfür zwei Vollzeitstellen nötig, um den Beratungsbedarf im Landkreis Neu-Ulm abzudecken. Angedacht sind laut Thoma auch Standorte in den verschiedenen Regionen des Kreises.