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Betrug
Senden / Stefan Czernin  Uhr
Über das Internet verkauft ein Sendener Ehepaar Welpen. Und lügt zumindest bei der Herkunft der Welpen. Die beiden wurden vor dem Neu-Ulmer Schöffengericht wegen Betrugs angeklagt.

In einem Schrebergarten bei Senden hat ein Pärchen Rottweiler-Welpen an mehreren Terminen 2017 an Hundefreunde verkauft. Angepriesen wurden die Tiere für je gut 800 Euro auf einem Internetportal, das für sich selbst unter dem Slogan „Deutschlands bester Tiermarkt“ wirbt. Entwurmt, geimpft und aus deutscher Zucht seien die Welpen. Zumindest in einem Punkt eine Lüge: Die jungen Hunde wurden aus Griechenland nach Senden geschafft, um dort veräußert zu werden. Das Ehepaar – er 35, sie 27 Jahre alt – war deswegen vor dem Neu-Ulmer Schöffengericht wegen Betrugs in vier und versuchten Betrugs in zwei Fällen angeklagt: Vier Welpen wurden verkauft, zwei Mal entschieden sich die Interessenten anders.

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ war auf das dubiose Angebot aufmerksam geworden und hatte Anzeige erstattet. Vor Gericht räumte der Hauptangeklagte die Vorwürfe im Wesentlichen ein, das Verfahren gegen seine Ehefrau wurde gegen eine Geldbuße eingestellt.

Durchfall, Parasiten, Infektion

In der Verhandlung bestand der Angeklagte – selbst Halter eines Rottweiler-Rüden – darauf, dass die Welpen in Griechenland von einem Tierarzt geimpft worden seien. Ob das stimmt, ließ sich nicht mehr klären. Der Gesundheitszustand der Tiere war jedenfalls offenbar nicht sehr robust: Sie litten teils unter Durchfall, teils unter Parasitenbefall. Bei einem Tier wurde eine Infektion festgestellt, die auch für den Menschen gefährlich ist, hieß es in der Anklage.

Einer der Tierbesitzer habe seinen jungen Rottweiler ins Tierheim gegeben – aus „Angst vor Folgekosten“, so die Staatsanwaltschaft. Die anderen drei veräußerten Tiere leben weiterhin bei ihren Besitzern.  Richter Thomas Mayer verurteilte den Angeklagten zu acht Monaten Haft auf Bewährung und einer Zahlung von 1500 Euro an den Kinderschutzbund. 

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