Fabian Weisenberger, 29 Jahre alt und aus Bellenberg, ist seit Kurzem echter Komponist von Filmmusik. Nicht nur von einem kleinen, unbezahlten Hochschulprojekt, sondern von einem richtigen Kinofilm: Er hat große Teile der Culture-Clash-Komödie „Hollywoodtürke“ von Murat Ünal vertont. Der Weg dorthin war weit, doch er hat sich gelohnt, denn Weisenberger hatte keinen Plan B. „Ich wollte immer schon Musiker werden und später kam dann das Komponieren dazu. Es gibt nichts anderes, was ich sein möchte.“ Am 13. Juni hatte der Film „Hollywoodtürke“ Premiere. Davor war Fabian schon in Berlin auf dem roten Teppich und ist ziemlich erschlagen von dem ganzen Trubel um ihn.

Schon in der dritten Klasse mit Saxophon spielen angefangen

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie fing er in der dritten Klasse mit Saxophon-Stunden an. „Mein Papa spielt Trompete und mein Bruder Posaune. Dann haben wir als Bläsertrio auf sämtlichen Familienfesten gespielt“, erinnert er sich und grinst. Schule war nicht wirklich wichtig, der Realschulabschluss lief so nebenher, denn schließlich wollte Fabian Weisenberger ja immer nur Musik machen. Er ging dann auf die Berufsfachschule für Musik in Krumbach und studierte Saxophon und Klavier in Augsburg. Es gab bisher nicht einen einzigen Moment, in dem ihm das Musikmachen auf den Keks ging oder er eine andere Richtung einschlagen wollte, sagt er.

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„Die beste Zeit waren wirklich die zwei Jahre in Krumbach. Abends haben wir immer noch in den örtlichen Bars gespielt.“ Danach kam ein Fernstudium zum Medienkomponisten. „Ich höre eigentlich immer nur Filmmusik und daher die Idee, das auch noch zu machen.“ Zur Zeit läuft der Soundtrack von „Wo ist Fred?“ und „Narnia“ bei ihm rauf und runter. Auch John Williams’ Musik zu „Star Wars“ hat es ihm angetan. „Wenn ich den einmal treffen könnte...“

„Der Bellenberger Knirps“ macht plötzlich Musik für Kinofilme

Wie es letztendlich dazu kam, dass seine Komposition nun im Kino zu hören ist? „Ich habe viel mit freier Software rumprobiert und kleine Filme aus dem Internet zum Üben neu vertont. Dann kam der Werksfilm für die Gold-Ochsen-Brauerei und ich schreibe Stücke fürs Kindertheater in Vöhringen“, berichtet Weisenberger.

Vor drei Jahren schließlich habe ein Dozent aus seinem Studium keine Zeit gehabt und ein paar Ex-Studenten gefragt, ob jemand übernehmen könne: Der deutsch-türkische Regisseur hatte in Berlin gerade „Hollywoodtürke“ abgedreht und suchte einen Komponisten. „Ich habe dem Regisseur Murat Ünal eine Komposition von mir geschickt und es hat ihm gefallen.” Dann hörte er erst einmal nichts mehr und hatte das Thema eigentlich schon abgehakt. „Als dann Anfang April der Anruf kam, dass der Film wirklich ins Kino kommt, habe ich mich trotzdem nur ein bisschen gefreut. Denn da wird oft noch viel dran verändert bis zur finalen Version und auch meine Musik hätte wieder rausfliegen können”, erzählt Weisenberger. Doch so kam es nicht und nun steht der „kleine Knirps aus Bellenberg“, wie er von sich sagt, auf einmal auf jedem Filmplakat.

Zusätzlich gibt Fabian in Vöhringen Musikunterricht. Als Morgenmensch geht er gern mit der Tasse Kaffee ins eigene kleine Tonstudio unten im Haus, das voller Instrumente und Computer steht und klimpert an neuen Ideen. Seine Frau Annika muss sich als Zuschauerersatz immer alles anhören und hält auch sonst den Laden zusammen. „Ich kann echt nur Musik machen, dann kommt nicht mehr viel“, sagt Fabian Weisenberger lachend.

Dankbar ist er auch seinen Eltern, die ihn bei allem unterstützt haben. Damit „Onkel Hollywood“, wie sein Neffe ihn nennt, seinen Traum verwirklichen konnte. Das empfiehlt er auch allen anderen. Einfach dranbleiben. Und eins gibt er auch seinen Schülern immer mit: Jeden Tag 15 Minuten üben. Wie sein Papa es ihm schon riet, als er klein war. „Ich bin einfach happy und will noch ganz viele weitere Filme machen.“

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