Pfaffenhofen Begeisterung für den Glauben wecken

Hunderte Jugendliche beteten im Festzelt vor der Monstranz-Pyramide. 1800 Menschen waren für das Prayerfestival angereist. Foto: Matthias Sauter
Hunderte Jugendliche beteten im Festzelt vor der Monstranz-Pyramide. 1800 Menschen waren für das Prayerfestival angereist. Foto: Matthias Sauter
Pfaffenhofen / MATTHIAS SAUTER 19.08.2013
1800 junge Katholiken haben sich fünf Tage in Marienfried zu einem "Internationalen Prayerfestival" getroffen, um ihren Glauben zu erneuern. Ehrengast war Kurienkardinal Paul Josef Cordes aus Rom.

Jedes Jahr aufs Neue: Das internationale Prayerfestival der katholischen Jugendbewegung "Jugend 2000" gehört für die 28-jährige Simone Müller aus Regensburg zum Pflichtprogramm. "Hier kommen junge, lustige und verrückte Katholiken zusammen, die alle viel Freude am Glauben haben", beschreibt Müller die Veranstaltung. Nachdem für das Prayerfestival vergangenes Jahr Premiere am Standort Marienfried war, kam Müller am Wochenende erneut zu der Gebetsstätte bei Pfaffenhofen. Insbesondere wegen christlicher Vorträge, Anbetungen und der fetzigen Lobpreis-Musik. "Ich war schon auf so vielen Prayerfestivals. Aber auf jedem nehme ich wieder etwas Neues mit."

Müller war eine von 1800 jungen Katholiken beim diesjährigen Festival. Zusammen lebten sie in einem riesigen Zeltlager auf dem Gelände rund um die Gebetsstätte. "Es soll wie eine Stadt Gottes sein, in der Jesus ständig präsent ist", so Cheforganisatorin Julia Kleinheinz von der "Jugend 2000". Den Mittelpunkt des Prayerfestivals bildete das 25 auf 50 Meter große Hauptzelt, in dem sich die Jugendlichen zu Anbetungen trafen. Aber auch Gelegenheit zur Beichte bot das Hauptzelt. "Teilweise waren bis zu 24 Priester gleichzeitig bei der Beichte im Einsatz", berichtet Kleinheinz.

Ebenfalls im Hauptzelt gingen die Gottesdienste über die Bühne, zu denen sich Geistliche aus der ganzen Welt einfanden. Als VIP-Gast begrüßte "Jugend 2000" Kardinal Paul Josef Cordes aus Rom. Der 78-Jährige war bereits beim diesjährigen Gebetstag in Marienfried für die Predigt verantwortlich. "Er besuchte uns von Mittwochabend bis Samstagmorgen und ist sehr intensiv mit den Gläubigen ins Gespräch gekommen", sagt Kleinheinz. Cordes feierte mit den Festival-Besuchern am Freitagabend einen Festgottesdienst und leitete einen Workshop zum Thema Mystik.

Ein besonderer Moment war für Kleinheinz und viele andere Katholiken der Vortrag von Thorsten Hartung, der wegen Mordes 20 Jahre lang im Gefängnis saß. "Er hat in dieser Zeit eine wichtige Gotteserfahrung gemacht und danach sein Leben komplett geändert", fasst Kleinheinz zusammen. Während des Vortrags habe totale Stille im Zelt geherrscht, die Zuhörer seien allesamt stark beeindruckt von der Lebensgeschichte gewesen.

Wichtig ist Kleinheinz, dass die Besucher des Prayerfestivals den Glauben mit in den Alltag und ihre Heimatgemeinden nehmen. "Es soll mehr als ein Strohfeuer sein", sagte sie. Um die Gläubigen aus den verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenzuführen, gab es auf dem Prayerfestival mehrere Regionalgruppen. Ein Ziel der Veranstaltung ist es laut Kleinheinz, dass die Nachwuchskatholiken gemeinsam mit anderen Jugendlichen in ihrer Heimat christliche Gesprächsgruppen und Bibelkreise gründen.

Eine Gebühr für die Teilnahme und die Verpflegung erhob die "Jugend 2000" nicht. "Es läuft alles auf Spendenbasis. Jeder soll geben, so viel wie er kann und möchte", erläutert Kleinheinz. Nach Angaben der 27-Jährigen kostet das Prayerfestival in Marienfried insgesamt 60 000 Euro. An der Organisation beteiligten sich 130 ehrenamtliche Helfer. Bereits eine knappe Woche vor Beginn begannen sie mit dem Aufbau der Zelte und der Duschcontainer.