Illertissen Bedenken gegen SWU-Kraftwerk

INGE SÄLZLE-RANZ 16.11.2012
Das von den Ulmer Stadtwerken (SWU) bei Bellenberg geplante Wasserkraftwerk stößt in Illertissen auf Widerstand. Beschluss gab es aber keinen.

3500 Haushalte könne das neue Wasserkraftwerk versorgen, sagte Peter Schmidberger, Leiter Produktion bei der SWU Energie, dem Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss im Illertisser Stadtrat. Auf Antrag der CSU-Fraktion erläuterte er das Vorhaben ausführlich, um dann zu erfahren: Nur Dieter Baur (Bürgerliste) war der Meinung, die Stadt Illertissen solle im Planfeststellungsverfahren keine Bedenken gegen das Vorhaben äußern. Nicht mal Bürgermeisterin Marita Kaiser stimmte ihrer eigenen Verwaltungsvorlage zu.

Wie berichtet, hat die Stadtverwaltung das Thema schon im Oktober auf die Tagesordnung des Bauausschusses genommen. Eine Entscheidung wurde allerdings vertagt. Der Beschlussvorschlag vor vier Wochen war derselbe wie am vergangenen Dienstag: Das geplante Wasserkraftwerk an der Iller tangiere das Stadtgebiet kaum und es seien auch keine negativen Auswirkungen auf das Fließverhalten der Iller ersichtlich.

Deswegen würden in Abwägung von Ökologie und Effizienz keine "entscheidungserheblichen Bedenken" erhoben, hatte die Bauverwaltung formuliert. Dass sich die Gemeinden Bellenberg und Vöhringen dagegen ausgesprochen hätten, liege daran, dass sie auch stärker betroffen seien.

Dieser Einschätzung wollte außer Dieter Baur jedoch niemand folgen, nicht einmal Bürgermeisterin Kaiser. Ein Beschluss, tatsächlich Bedenken zu äußern, wurde allerdings auch nicht gefasst, obwohl eine ganze Reihe von Stadträten deutlich machte, dass sie gegen den "massiven Eingriff in die Natur nur aus Profitgründen" sind.

Jürgen Eisen von der CSU kritisierte, im Verhältnis zum Nutzen seien die negativen ökologischen Auswirkungen zu groß. Die Illertisser Christsozialen schlössen sich demnach ganz den Argumenten des Vöhringer Stadtrats an.

Wolfgang Ostermann von der SPD sprach von einem "ökologischem Irrsinn". Mit der Energiewende habe das Vorhaben auch nichts zu tun, weil die Entscheidung, es zu bauen, lange vor der Entscheidung zur Energiewende gefallen sei. Genug Bedenken also, aus denen das Bauamt jetzt eine entsprechende Stellungnahme für das Planfeststellungsverfahren formulieren kann.