An vielen Stellen wird gebaggert, gebuddelt, gebaut. Keine Frage, Weißenhorn ist derzeit eine Art Baustellen-Hotspot. Was vor allem am Bau des Fernwärmenetzes liegt, der in vollem Gange ist und seit Wochen bereits vielerorts das Straßenbild bestimmt. Darüber hinaus gibt es weitere Baustellen, die dazu führen, dass sich das Stadtbild ändert und Verkehrsteilnehmer mitunter ausgebremst werden. Auch die Stadtteile sind betroffen. Die wichtigsten Projekte in der Übersicht:
  

Fernwärme Meter für Meter schreitet das Mammutprojekt voran. Langsam, aber sicher wird das laut Landrat Thorsten Freudenberger „größte klimaschutzpolitische Projekt in der Geschichte des Landkreises“ Realität: das Weißenhorner Fernwärmenetz. Gebaut wird zunächst die Haupttrasse zwischen Müllkraftwerk, Stiftungsklinik und Claretiner-Kolleg, die Ende Oktober in Betrieb gehen soll. Zudem sind zwei weitere Bauabschnitte bereits geplant. Diese sollen, wie berichtet, 2018 und 2019 in die Innenstadt und in Richtung Mittelschule und Gymnasium führen. Beschlossen ist auch, dass der vierte Abschnitt im größten Weißenhorner Baugebiet „Mittlere Platte“ an der Schluckenauer Straße an das Netz angeschlossen wird. Darauf haben sich die Stadträte jüngst verständigt.

Baufirmen informieren Anlieger

Die Vollsperrung der Daimlerstraße im Eschach im Bereich zwischen den Hausnummern 35 und 36 soll demnächst aufgehoben werden, heißt es. Die nächste Phase der Verlegung der Fernwärmeleitung beginnt dann am kommenden Montag, 2. Oktober. Sie umfasst folgende Bereiche: Betroffen ist zum Beispiel der Spitalweg (zwischen Nordstraße und Maximilianstraße), ferner die Maximilianstraße (zwischen Spitalweg und Lenbachstraße), die Lenbachstraße (zwischen Maximilianstraße und Ottostraße) sowie die St.-Ulrich-Straße (im Bereich der Ein- und Ausfahrt).

In den Baustellenbereichen gilt mitunter Halteverbot. „Die Baufirma wird wieder betroffene Anlieger informieren und Zufahrtsmöglichkeiten konkret besprechen“, teilt die Stadt mit. Umleitungen sind ausgeschildert.

Maria-Theresia-Straße Gesperrt ist derzeit die Maria-Theresia-Straße nahe der Realschule. Auch dort wird die Fernwärmeleitung verlegt, im Zuge dessen der Regenwasserkanal und die Hauptwasserleitung erneuert, teilt die Stadtverwaltung mit. Erneuert werden soll zudem die Beleuchtung der Straße. Ob dies auch für den Gehweg gilt, ist hingegen fraglich. „Der Gehweg hat teilweise Mängel. Man muss ihn meines Erachtens aber nicht machen“, findet Bürgermeister Wolfgang Fendt. Er kündigte an, das Gespräch mit den Anwohnern der Maria-Theresia-Straße führen zu wollen, um deren Meinung einzuholen. Schließlich müssten die Anwohner womöglich an den Kosten für die Sanierung des Bürgersteigs beteiligt werden. CSU-Stadtrat Michael Schrodi spricht sich für eine Sanierung aus. Er sagt: „Günstiger wird’s nicht mehr. Wenn wir den Gehweg in zehn Jahren machen müssen, wird das deutlich teurer.“

Bahnhofstraße Die Bahnhofstraße wird vom kommenden Montag, 2. Oktober, an halbseitig dicht gemacht. Aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Grund sind die Arbeiten am neuen Verwaltungsgebäude der VR-Bank. Diese liegen nach Angaben der Bank voll im Plan. „Nach aktuellem Stand kann das Gebäude im ersten Quartal des kommenden Jahres bezogen werden“, heißt es in einer Mitteilung. Nun stehen Arbeiten an der Fassade des Neubaus an: Um eine Gefährdung von Passanten sowie anderer Verkehrsteilneh­mer „so gering wie möglich zu halten“, müsse die Bahnhofstraße teilweise gesperrt werden. Konkret heißt das: Die Ausfahrt aus der Bahnhofstraße in die Herzog-Georg-Straße ist möglich, die Einfahrt in die Bahnhofstraße nicht.

Wallenhausen Wegen Asphaltarbeiten sind die Weizen- und die Dinkelstraße in Wallenhausen an zwei Tagen im Zeitraum von Montag, 9. Oktober, bis Freitag, 20. Oktober, vollständig für den Fahrzeugverkehr gesperrt. „Anwohner werden rechtzeitig von der Baufirma über den konkreten Termin in Kenntnis gesetzt“, teilt die Stadt Weißenhorn dazu mit.

Oberreichenbach Die bereits erfolgte Vollsperrung der Straße „Am Schlossberg“ im Stadtteil Oberreichenbach ist bis Freitag, 13. Oktober, verlängert worden. Grund dafür ist laut einer Mitteilung aus dem Rathaus die Errichtung einer Stützmauer – und zwar im Bereich des Grundstücks Kohlstattstraße 29.

Aufsichtsrat für Fernwärme-Gesellschaft


Kooperation Der Kreis Neu-Ulm und die Stadt Weißenhorn arbeiten bei der Fernwärme Hand in Hand: Beide haben vor zwei Jahren die  Fernwärme-Projektgesellschaft  Weißenhorn (FWP) gegründet. Diese hat die organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Verwirklichung des Vorhabens schneller geschaffen, als viele erwartet haben. „Alleine hätten wir das Projekt nicht stemmen können“, sagt Rathaus­chef Wolfgang Fendt.

Vertreter Die Fernwärme-Projektgesellschaft Weißenhorn soll umbenannt werden und künftig „Fernwärme Weißenhorn mbH“ heißen. Die neue Gesellschaftsbezeichnung soll dem Umstand Rechung tragen, „dass man sich inzwischen nicht mehr in der Projekt-, sondern in der Umsetzungsphase befindet“, wie Bürgermeister Wolfgang Fendt sagt. Die „Fernwärme Weißenhorn mbH“ erhält einen Aufsichtsrat, dem neben Landrat Thorsten Freudenberger und Bürgermeister Fendt zehn Vertreter von Stadt und Kreis angehören.