Kindergarten Babyboom führt in Holzheim zu Umzug

Die Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Holzheim mit ihren Spielanlagen im Garten. Die Betreuungseinrichtung wird demnächst umgebaut.
Die Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Holzheim mit ihren Spielanlagen im Garten. Die Betreuungseinrichtung wird demnächst umgebaut. © Foto: Patrick Fauß
Holzheim / Patrick Fauß 21.07.2018

Insgesamt 74 Kinder im Kindergarten, 12 in der Krippe, 35 in der Mittagsbetreuung. Die Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Holzheim, seit zehn Jahren im Schulhaus in der Schulstraße untergebracht, stößt derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen. „Ein Babyboom vor zwei Jahren“, sagt Bürgermeisterin Ursula Brauchle, sei Grund dafür. Damals sind viele junge Familien ins Neubaugebiet mit 44 Grundstücken gezogen. „Es hätten auch 86 Kinder sein können“, sagte Brauchle. Wie viele Kinder tatsächlich jeweils einen Betreuungsplatz benötigen, zeige sich immer erst nach Anmeldeschluss. Vorauszuplanen sei schwierig.

16 Neuanmeldung für das kommende Kindergartenjahr sind diesmal bislang eingegangen. Holzheim als kleine Kommune mit nur einer Kindertagesstätte sei etwas weniger flexibel als größere Kommunen, die ihre Kinder in solchen Boomzeiten über mehrere Häuser verteilen könnten.

 Deshalb muss im Kindergartengebäude nun umgebaut werden. Die Gruppenräume im Keller werden größer. Wände müssen herausgerissen werden, ein bisheriger Putzraum und ein Lehrmittelraum weichen. Außerdem werden Gruppen im Haus neu verteilt. Mit dem Landratsamt in Neu-Ulm seien die Maßnahmen bereits abgesprochen. Planung und Bauarbeiten kosten zusammen rund 25 000 Euro. „Eine überschaubare Summe“, wie Brauchle meinte.

 Vorübergehend sollen ältere Kinder für die Mittagsbetreuung im Erdgeschoss des Rathauses unterkommen. Bis vor zehn Jahren war dort der Kindergarten untergebracht. Nun treffen sich hier Leute vom Asyl-Café oder vom Kirchenchor. Größere Umgestaltungsmaßnahmen seien nicht nötig. Komplikationen wegen der bevorstehenden Neugestaltung des Dorfplatzes seien auch nicht zu erwarten, wie Brauchle erläuterte. In den kommenden Jahren würden dann wohl wieder weniger Kinder nachkommen, meinte die Bürgermeisterin. Deshalb sei der Umzug ins Rathaus als Provisorium anzusehen.

 Thomas Hartmann (CSU/DG) begrüßte, dass nicht gleich in großem Stil umgebaut werde, nur weil die Nachfrage kurzfristig steige. Gleichwohl sei es wichtig, entsprechende Plätze anzubieten. Ansonsten würden die Eltern ihren Nachwuchs wohl in den umliegenden Orten unterbringen. Dann sei es später schwierig, sie wieder in Holzheimer Einrichtungen zu bringen, wenn wieder Bedarf vorhanden ist.

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