Buch Autokontor soll Teil von Buch werden

Diesen Parkplatz mitten im Oberroggenburger Forst will der Markt Buch eingemeinden. Denn bislang hat die Kommune zwar alle Lasten zu tragen, sagt der Bürgermeister, aber die Gewerbesteuer kassiert der Landkreis.
Diesen Parkplatz mitten im Oberroggenburger Forst will der Markt Buch eingemeinden. Denn bislang hat die Kommune zwar alle Lasten zu tragen, sagt der Bürgermeister, aber die Gewerbesteuer kassiert der Landkreis. © Foto: Gerhard Launer
Buch / NIKO DIRNER 08.01.2014
Der Autoumschlagsplatz im Wald zwischen Buch und Kettershausen ist so genanntes außermärkisches Gebiet. Das könnte sich bald ändern.

Das 17,3 Hektar große Gelände mitten im Wald zwischen Buch und Kettershausen, dem Oberroggenburger Forst, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ab 1969 hatten die Amerikaner dort Pershing-Raketen stationiert, später waren auf dem Areal Asylbewerber untergebracht. Heute wird das ehemalige Fort von Steuben, so die US-Bezeichnung für die Kaserne, von der Firma Autokontor als Parkplatz für hunderte Fahrzeuge genutzt. Das Gelände ist ein so genanntes außermärkisches oder gemeindefreies Gebiet. Es gehört zu keiner Kommune, ist vielmehr direkt dem Landratsamt unterstellt. Aber das soll sich nun ändern.

Denn der Markt Buch möchte die ehemalige Raketenstellung unter seine Kontrolle bringen, sprich: Die Fläche eingemeinden. Weil an der Kommune alle Kosten hängen blieben - sie muss beispielsweise die Zufahrt zum Autokontor wenn nötig reparieren, die Straße "An der Lehmgrube" im Winter von Schnee befreien, den Schulbusverkehr organisieren. Aber Buch habe davon keinen Nutzen, erklärt Bürgermeister Roland Biesenberger. Denn die Gewerbesteuer fließt nicht in die Kasse der Gemeinde, sie landet direkt beim Landkreis. Deshalb soll der Autokontor in den "Wirkungsbereich" der Kommune kommen.

Buch hat bereits im Juni beim Landratsamt einen Antrag auf den Start eines Eingemeindungsverfahrens gestellt. Die Behörde hat dieses Ansinnen an die Regierung von Schwaben weitergeleitet - und ist von dieser inzwischen mit der "Durchführung des Anhörungsverfahrens" betraut worden. Das teilt das Landratsamt mit. Um eine Stellungnahme gebeten worden sind: Der Kreis als Gebietskörperschaft, die Firma Sauter als Grundstückseigentümerin und Betreiberin des Autokontors, alle 34 Bewohner des Geländes, die wahlberechtigt sind, das Vermessungsamt sowie höhere Landesplanungsbehörden. Nach Abschluss des Vorverfahrens werden alle Stellungnahmen an die Regierung weitergeleitet. Danach veranlasst diese die erforderlichen vermessungs- und katastertechnischen Arbeiten und trifft letztlich eine Entscheidung in Form einer Rechtsverordnung. Die Angeschriebenen können sich bis Ende Januar erklären. Die Position des Landkreises muss der Kreistag Neu-Ulm in einem Beschluss festlegen.

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