Hittistetten Ausweg aus dem Verkehrslärm gesucht

Hittistetten / WILLI BÖHMER 17.11.2012
Der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt beschäftigt die Hittistettener. Eine Patentlösung gibt es nicht, sagte Bürgermeister Baiker in der Bürgerversammlung.

Es war doch einmal eine Umgehungsstraße für den Sendener Ortsteil Hittistetten geplant. Was ist daraus geworden? Das wollte einer der Zuhörer in der Hittistetter Bürgerversammlung von Bürgermeister Kurt Baiker wissen. Im Flächennutzungsplan ist eine Trasse für eine Nordtangente enthalten, lautete seine Antwort. Diese werde irgendwo bei Hittistetten durchführen. Genau festgelegt ist diese Trasse aber noch nicht. Es werde sicher noch lange dauern, bis diese Tangente verwirklich werden kann, sagte Baiker.

Die Hittistettener wollen so lange nicht warten. Wäre es nicht möglich, die erlaubte Geschwindigkeit auf der Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 zu reduzieren? "Der Verkehrslärm ist eine echte Zumutung", schimpfte einer der Zuhörer.

Das lässt sich nicht so einfach machen, stellte der Bürgermeister bedauernd fest. Die Ortsdurchfahrt ist Teil einer Staatsstraße, und das Staatliche Straßenbauamt lasse auf solchen Straßen Tempo 30 nicht zu. "Starenkästen", wie die stationär installierten Radargerät im Volksmund genannt werden, seien in Bayern generell nicht zugelassen. Es gebe nur eine Ausnahme: die beiden Anlagen in Neu-Ulm, die als Versuchsanlage bis 2015 laufen. Dann soll entschieden werden, ob solche Radarkontrollen in Bayern eingeführt werden dürfen.

Großversuche haben gezeigt, dass nur acht Prozent der Autofahrer rasen, sagte Baiker. Und wer gegen die Straßenverkehrsordnung verstößt, der werde auch heute schon zur Rechenschaft gezogen.

Was sonst noch gegen den Verkehrslärm unternommen werden könnte? Das ist schwierig, sagte der Bürgermeister. Messungen hätten ergeben, dass es gar nicht die Motorgeräusche sind, die den Lärmpegel heben. Die Abrollgeräusche der Reifen schwerer Lkw stellten die Hauptursache dar. "Wenn dann noch ein paar Kanaldeckel klappern, wird es endgültig unerträglich."

Baiker präsentierte den Zuhörern in einer insgesamt ruhig verlaufenen Versammlung die Stadtbilanz: die sanierten Schulen, das Baugebiet "Am Stadtpark", in dem 330 neue Wohnungen entstehen sollen, die Straßensanierung und die Pläne für die Bühne im Stadtpark - mit oder ohne fest installiertes Klo. Und die neue Bahnstrecke Senden-Weißenhorn.

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