Unterhaltung Aus Big Band wird Orchester

Weißenhorn / Niko Dirner 07.09.2017
Neuer Name, neue Musiker, neues Programm: Die Weißenhorner Big Band ist nach Kreativ-Pause wiederauferstanden. Was die Konzertbesucher jetzt erwartet.

Sogar von einer Auflösung war gerüchteweise die Rede: Nach einem Konzert mit der Dirty Chords Big Band Senden im März 2016 meldete sich die Big Band Opus One aus Weißenhorn vom Spielbetrieb ab. Es handele sich aber nur um eine „künstlerische Pause“, wie Bandleader Sepp  Meixner versicherte. Als Grund gab Meixner, der auch die Musikschule in Weißenhorn leitet, personelle Probleme an. Alle 28 Musiker zusammenzubekommen habe „aufgrund verschiedener beruflicher, familiärer und musikalischer Verpflichtungen“ zuletzt öfters nicht geklappt. Die Aussage, dass die Band nicht am Ende ist, scheint sich zu bewahrheiten: „Die Bigband Opus One ist wieder auferstanden“, teilt Meixner mit.

Und er bekräftigt, was er während der Auszeit schon hatte durchblicken lassen: Die Combo tritt mit neuem Programm und neuer Ausrichtung an: Aus Opus One ist die „Big Band Opus One & Last“ geworden – in Anlehnung an den legendären Big-Band-Leader James Last, genannt „König der Unterhaltungsmusik“ und „Meister der guten Laune“. Allerdings will Meixner mit der Truppe nicht die „Happy Music“ des Meisters spielen, sondern die konzertanten Stücke aus seiner Spätzeit. Als Beispiele nennt er die Songs „Pulstar“, „Mac Arthur Park“ und „Morgens um sieben“.

Als Grund für die Neuausrichtung gibt Meixner an, dass es in Deutschland, sogar in der Region „zu viele Big Bands“ gebe. „Und jede spielt das gleiche Repertoire.“ Was Opus One nun vorhabe, sei einmalig in Deutschland. „Es gibt kein anderes Orchester, das diese Art von Musik spielt.“ Apropos Orchester: Meixner will künftig gar nicht mehr von einer Big Band sprechen, sondern sieht sich ebenfalls als Leiter eines Orchesters: „Weil wir jetzt auch Streicher haben, ist dieser Begriff schon berechtigt.“ Um den Last-Sound zu erzeugen, werden künftig bis zu neun Violinen-Spieler auf der Bühne stehen.

In diesem Bereich ist Meixner allerdings noch auf der Suche. Alle anderen Positionen hat er inzwischen besetzt – übrigens komplett mit neuen Musikern. Von der alten Opus-One-Garde ist außer ihm kein einziger mehr dabei.  Die 25 Musikerinnen und Musiker kommen aus der weiteren Region, aus der Gegend zwischen Laupheim und Günzburg. Und sie sind im Schnitt nicht mehr die Jüngsten, sondern eher wie er selbst schon über 60. „Alte Hasen“, sagt Meixner. Er habe versucht, Nachwuchs zu gewinnen, aber die könnten mit der James-Last-Musik nicht viel anfangen.

Meixner teilt weiter mit, dass die Vorbereitungen schon lange laufen. Er habe schon einige Arrangements geschrieben, weitere seien in Arbeit. Um die 25 Titel soll das Repertoire letztlich umfassen, auch ein Beatles-Medley ist geplant. Ein wenig setzt sich das neu formierte Orchester selbst unter Druck, denn der erste Auftritt ist schon terminiert: Am Sonntag, 10. Dezember, will Opus One & Last zum ersten Mal auf die Bühne gehen. Dann findet in der Fuggerhalle in Weißenhorn ein vorweihnachtliches Benefizkonzert statt. Die Ankündigungen sind schon raus, ab der kommenden Woche gibt es in der Musikschule Weißenhorn und an verschiedenen Vorverkaufsstellen bereits Eintrittskarten. „Es geht gut ab auf der Bühne“, verspricht der alte und neue Bandleader.

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