Gundremmingen Atomreaktor in Gundremmingen trotz Defekts am Netz

Das Atomkraftwerk Gundremmingen.
Das Atomkraftwerk Gundremmingen. © Foto: Archiv (Markus Sontheimer)
Gundremmingen / ts 13.11.2013
Im Kernkraftwerk Gundremmingen ist erneut ein Brennelement-Defekt aufgetreten. Die Anlage bleibt aber vollständig in Betrieb.
Trotz Hinweisen auf einen Brennelement-Defekt produziert Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen weiterhin Strom. Die Anlage müsse nicht abgeschaltet werden, heißt es in einer Mitteilung der Betreibergesellschaft. Das Kraftwerk sei so ausgelegt, dass es auch mit defekten Brennelementen betrieben werden könne: „Selbstverständlich werden alle Grenzwerte sicher eingehalten.“ Die Aufsichtsbehörde, das bayerische Umweltministerium, sei über dieses Vorgehen informiert worden. Nach Ansicht der Kraftwerksleitung handele es sich bei dem Defekt nicht um ein Ereignis, das nach dem Atomrecht als meldepflichtig eingestuft wird.

Bereits Mitte September war in Block B ein Brennelemente-Defekt festgestellt worden. Damals wurde der Reaktor heruntergefahren, vorsorglich, wie die Kraftwerksleitung mitteilte. Bei der anschließenden Prüfung seien zwei der insgesamt 784 Brennelemente des Reaktors als defekt erkannt und ausgetauscht worden. Nach einem zehntätigen Stillstand ging Block B wieder ans Netz. Erst im April waren während der  mehrwöchigen jährlichen Revision 112 Brennelemente  des Reaktors ausgetauscht worden.

Welche Elemente defektanfällig sind, geht aus einer weiteren Mitteilung des Kraftwerks hervor. Demnach werden drei unbeschädigte Mischoxid-Brennstäbe aus Block B in einem Speziallabor untersucht. „Die Erkenntnisse daraus sollen unter anderem dazu genutzt werden, Rückschlüsse auf Schadensmechanismen für defekte Brennstäbe gewinnen zu können.“ Mischoxid-Brennelemente enthalten ein Uran-Plutonium-Gemisch, der Brennstoff stammt aus der Wiederaufbereitung. In Gundremmingen können laut Kraftwerksbeschreibung in jedem der beiden Reaktoren bis zu 300 „MOX-Brennelemente“ eingesetzt werden. Laut einem Kraftwerkssprecher kommen derzeit in Block B aber keine zum Einsatz.

Das Kernkraftwerk in Gundremmingen verfügt über zwei baugleiche Siedewasserreaktoren mit jeweils 1344 Megawatt Leistung. Seit 1984 ist die Anlage am Netz. Die Betreibergeselschaft gehört zu 75 Prozent dem RWE-Konzern und zu einem Viertel zu Eon.

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