Energie Atomkraftwerk Gundremmingen wird Stromkunde

Im Kernkraftwerk Gundremmingen ist seit Jahresbeginn nur noch Block C in Betrieb. Wegen der Revision wird in den nächsten Wochen auch aus dessen Kühlturm kein Dampf aufsteigen.
Im Kernkraftwerk Gundremmingen ist seit Jahresbeginn nur noch Block C in Betrieb. Wegen der Revision wird in den nächsten Wochen auch aus dessen Kühlturm kein Dampf aufsteigen. © Foto: Geyer Siegfried
Gundremmingen / Energie 12.04.2018
Wegen der Revision steht die Anlage in Gundremmingen vorübergehend komplett still. Die Verbraucher sollen das nicht merken.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen hat im vergangenen Jahr 19,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. In den kommenden Wochen wird das Kraftwerk hingegen zum Strom-Importeur. Nachdem der Reaktor von Block B am 31. Dezember 2017 endgültig abgeschaltet wurde, steht nun die jährliche Revision von Block C an. Auch wenn das Kraftwerk von Mitte des Monats bis voraussichtlich Mitte Mai nichts produziert, wird dort Strom benötigt, nicht zuletzt für die Kühlung der Brennstäbe in den Abklingbecken.

Die Versorgung des Kraftwerks mit Strom von anderswo ist laut Dr. Heiko Ringel, seit Jahresbeginn Technischer Geschäftsführer in Gundremmingen, kein Problem: „Wir haben ja mehrere  Netzanbindungen.“ Auch die Verbraucher werden von dem vorübergehenden Komplettausfall des Atomkraftwerks nichts mitbekommen, versichert ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Die geplante Abschaltung von Block C werde keinen Versorgungsengpass zur Folge haben, daher müsse nicht einmal ein Reservekraftwerk in Betrieb genommen werden.

Weniger radioaktiver Abfall

Während der Revision wird wie üblich ein Teil der 784 Brennelemente im Reaktorkern ausgetauscht. Zum Einsatz kommen dann 48 neuartige Elemente, für die das bayerische Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde vor wenigen Wochen die Genehmigung erteilt hat. Nach den Worten von Geschäftsführer Ringel wird durch die neue Anordnung der einzelnen Brennstäbe der Brennstoff – angereichertes Uran – besser ausgenutzt. Das habe weniger hochradioaktiven Abfall zu Folge.

Zwischenlager auf Kraftwerksgelände

Nach einigen Jahren im Abklingbecken werden ausgediente Brennelemente in Castor-Behälter geladen und ins Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände transportiert. In dieser Lagerhalle, deren Betrieb bis 2046 genehmigt ist, sind inzwischen 58 von 192 Castor-Stellplätzen belegt. Zum 1. Januar 2019 wechselt die Verwantwortung für das Lager von der Betreibergesellschaft des Kraftwerks zur Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Das gilt auch für die anderen elf Zwischenlager an Kernkraftwerk-Standorten in Deutschland. Die Zwischenlager in Ahaus und in Gorleben werden bereits von der BGZ betrieben.

Rückbau - Ministerium lässt auf Genehmigung warten

Noch immer wartet die Kraftwerksleitung auf die Genehmigung zum Rückbau von Block B. Vorbereitende Arbeiten, die auch so möglich sind, laufen. Zum Beispiel werden im Maschinenhaus Abschirmwände abgebaut. Außerdem sind Ringel zufolge alle Brennelemente aus dem Reaktor entnommen und ins Abklingbecken gesetzt worden. Wie lange es noch dauert, bis aus München grünes Licht für den Rückbau kommt, weiß Ringel nicht. Das Umweltministerium selbst will über den „Zeitpunkt einer möglichen Genehmigungserteilung“ auch keine Aussage treffen.

Ende

Das endgültige Aus für Block C kommt entsprechend dem Atomgesetz am 31. Dezember 2021. Um den Reaktor bis dahin auszulasten, müssen die Gesellschafter des Kraftwerks allerdings noch so genannte Reststrommengen auf Gundremmingen übertragen.

Kraftwerk bald vollständig bei RWE

Gesellschafter Der RWE-Konzern wird im Laufe des nächsten Jahres alle Anteile an der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH übernehmen. Bislang gehören 75 Prozent der RWE Nuclear GmbH und 25 Prozent der Eon-Tochter Preussen-Elektra.

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